Beweglichkeit, Bewegung und Clubbells

Heute Morgen fiel mir an der Ampel ein Mann mit Sporttasche auf, weil er lief wie ein Stock. Das sieht (vorsichtig gesagt) Scheiße aus, schoss mir als Erstes durch den Kopf. Solche Leute fallen mir oft auf und ich frage mich immer, ob das so sein soll. Sehen diese Menschen das selber? Oder wollen sie vielleicht sogar aussehen wie ein Kleiderständer? Vor allem Männer fühlen sich albern, wenn sie nach der Muckisession noch dehnen sollen. Das ist was für Mädchen, echte Männer stemmen Eisen. Basta. In meinen Augen ergibt das leider überhaupt keinen Sinn. Denn das bedeutet sich zu bewegen ohne beweglich zu werden. Neben Kraftaufbau sollte ein vernünftiges Training meines Erachtens vor allem eins können: dich für den Alltag wappnen. Und da möchte ich persönlich gern mehr sein, als ein Stock oder ein Kleiderständer.

Bewegung macht beweglich – und Beweglichkeit kann manches in Bewegung setzen.
Paul Haschek (*1932), deutscher Theologe

Da ich in den letzten Monaten ganz gute Fortschritte gemacht habe, möchte ich an dieser Stelle in Zukunft auch wieder etwas mehr über mein Training berichten. Seit etwa einem halben Jahr bin ich nun auf TACFIT-Pfaden unterwegs und bin begeistert, wie schnell es voran geht. Dabei bin ich nicht nur stabiler und kräftiger geworden, sondern auch um einiges beweglicher. Ich komme auch ohne mich aufzuwärmen mit den Händen an meine Füße, kann locker auf einem Bein stehen und auch verhältnismäßig schwere Sachen rückenfreundlich anheben – auch über Kopf. Ich finde, dass das ne ganze Menge ist, wenn man bedenkt, dass der vormittägliche Rentner-Pilates-Kurs mich vor einem Jahr noch ordentlich zum schwitzen gebracht hat.

Angefangen hat alles im letzten Frühjahr letzten Jahres mit den Clubbells. Das für moderne Trainingskonzepte relativ neue Tool eignet sich dank seiner Gewichtsverteilung sehr gut um Core-Stabilität aufzubauen und  Beweglichkeit zu verbessern. Die Stahlkeulen tauchen mittlerweile auch in Yoga-Kreisen auf, deshalb wird es Zeit mal darüber zu schreiben, warum das Training damit Sinn macht.

Was sind Clubbells?

CLUB SWINGING CLUBSDas Wort „Clubbell“ ist ein Kunstwort aus Club (Keule) und Dumbbell (Hantel) und bedeutet also soviel wie Hantelkeule – sag ich jetzt mal so Laienhaft. Das Keulenschwingen hat eigentlich eine lange Tradition und ist überhaupt nichts Neues. Schon vor hundert Jahren hat man Keulen – zumeist aus Holz – für die körperliche Ertüchtigung genutzt. Im April 1913 setzte z.B. der australische Keulenschwinger Tom Burrows einen Rekord auf. Er schwang die Holzkeulen, die wohl ursprünglich aus Indien stammen, über 100 Stunden lang.  Alte Bücher wie das wunderschön illustrierte „Club Swinging“ von W. J. Schatz sind für Interessierte sehr zu empfehlen.

Auch damals schon hat das rumschwingen der Keulen zu Beweglichkeit, Core Stability und damit zu einer guten Haltung der Leute beigetragen. Natürlich kann man auch heute noch Holzkeulen schwingen. Zum Beispiel so:

Scott Sonnon, Kampfsportexperte und laut Mens Health einer der “Top 25 Fitness Trainers der Welt“, hat die Keulen für den Kraftsport modifiziert und ein neues Übungskonzept entworfen.

Das Trainingstool wird mit zahlreichen Vorteilen für Figur (Six-Pack, schmalere Taille, etc.), Körperfunktion (mehr Energie, besserer Stoffwechsel) und natürlich für Kraft beworben und soweit ich das beurteilen kann, ermöglicht regelmäßiges Training (in Kombination mit ordentlicher Ernährung versteht sich), auch das Meiste davon. Es spielt dabei keine Rolle wie sportlich du schon bist, das Prinzip bietet Übungen und Progressionen für jedes Trainingslevel. Die Keulen sind in Deutschland mit einem Gewicht von 2,5 kg bis 20 kg von XENIOS erhältlich – also ist für jeden was dabei.

Das Geheimnis hinter den Stahlkeulen ist die Verlagerung des Gewichtsschwerpunktes möglichst weit weg vom Körper. Durch die entstehenden Fliehkräfte ist die Kraft, die du brauchst um das Gerät im Griff zu halten und kontrolliert zu führen, erheblich größer als bei normalen Gewichten. Ich persönlich finde sogar Kniebeuge mit einer aufgestellten Clubbell wesentlich interessanter als mit einer normalen Hantel. Allein, weil es wesentlich mehr Balance benötigt das Ding z.B. aufrecht zu halten.

Ich hab im letzten Jahr mehr oder weniger koordiniert immer mal wieder zu den Clubbells gegriffen. Besonders im Sommer, als es schon vormittags sehr heiß war, habe ich früh morgens zu Hause trainiert und brauchte neben den Keulen nur eine Matte um mich mal schnell ne halbe Stunde auszupowern. Wer nicht ins Studio geht, findet hier also echt ein handliches und sehr effektives Tool für den Heimgebrauch.

Wie das aussieht, kann man zum Beispiel bei diesem jungen Mann sehen:

Im Herbst folgten bei mir dann fünf Wochen 5×5 mit den Clubbells und hier waren dann auch die meisten der versprochenen Ergebnisse spürbar. Die Verbesserung der Griffkraft, die vor allem für Kampfsportler interessant ist, ist mir besonders aufgefallen. Fällt es am Anfang noch schwer die Stahlkeulen durch den Übungsablauf durch zu halten, wird es nach und nach spürbar besser. Über den Effekt von Kniebeugen etc. müssen wir ja sicher nicht reden.

Das Sonnon’sche System verspricht so einiges und das schöne ist, es ist wirklich ein tolles Ganzkörpertraining ist und definitiv hält, was es verspricht. Für mich sind blauen Stahlkeulen ein echtes Geschenk. Ich habe sogar für die Schulterlockerung zwischendurch zwei kleine 2,5kg Keulen im Büro stehen.

Wer das Training mit den Keulen näher kennenlernen will, kann in regelmäßigen Abständen Workshops bei ITS-Sports buchen. Viel Spaß damit!

Demnächst gibt’s dann was zum Thema TACFIT Bodyweight. Stay tuned!

 

 

 

 

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