Das Ding mit den Nachtschattengewächsen

scharfe Paprika auf hölzernem Tisch.Tomate, Aubergine, Paprika und die bei uns so beliebte Kartoffel haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Dennoch sind sie alle Angehörige der gleichen Familie, nämlich der der Nachtschattengewächse. Nachtschattengewächse liefern uns wichtige Nährstoffe und viele von uns lieben die Paprika oder auch die Blaubeere gerade im Spätsommer und Herbst als Snack oder Zutat zum (Kokosmilch)Joghurt oder im Obstsalat.

Gesunder Darm ohne Tomaten

Während der überwiegenden Mehrheit der Menschen Nachtschattengewächse nichts anhaben können, gibt es einige wenige unter uns, die mit ihrer Darmgesundheit (Hautkrankheiten und Auto-Immunerkrankungen) zu kämpfen haben und deshalb aus gutem Grund darauf verzichten sollten.

Wer sich aus gesundheitlichen Gründen in der Paleo-Welt orientiert wird sehr schnell über diese Pflanzenfamilie mit ihren mehr als 2.300 Arten stolpern, denn die Nachtschattengewächse stehen in Verruf entzündliche Reaktionen im Körper hervorzurufen. Sie sind deshalb im Rahmen des Auto-Immunprotokolls aus dem Speiseplan zumindest vorübergehend zu streichen. Die meisten Nachtschattengewächse sind für den Menschen ohnehin nicht essbar, aber einige wenige haben den Einzug in unsere Küchen geschafft. Dazu gehören:

  • Paprika in allen Sorten und Varianten
  • Strauchtomaten
  • Kakao
  • Aubergine
  • Gartenheidelbeere, Andenbeere, Goji-Beere
  • Scharfe Paprikasorten wie Chili, Jalapenos, Cayenne, Gewürzmischungen mit Chili und Paprika
  • Lulos
  • Gewürzpaprika
  • Pepinofrucht (Melonenbirne)
  • Kartoffeln (ohne Süßkartoffeln)
  • Tamarillos
  • Tomatillos (Physalis)
  • Tomaten

Besondere Vorsicht ist für Betroffene vor allem bei der Auswahl von Fertiggerichten und Snacks geboten. Denn es stecken in Oliven häufig irgendwelche Paprikasorten oder fertig mariniertes Fleisch wurde mit Paprika und Chili gewürzt.

Warum werden Nachtschattengewächse nicht vertragen?

Der Grund für die Unverträglichkeit von Nachtschattengewächsen bei manchen Menschen sind die im Kern enthaltenen Saponine. Dem ein oder anderen klingt das sehr nach Seife und das ist es im Prinzip auch. Saponine schützen die Pflanzen vor Mikroben und Insekten indem sie die Zellmembranen dieser auflösen. Das schaffen sie durch ihren seifenartigen Charakter: sie sind nämlich in der Lage sowohl Wasser als auch Fett zu lösen und funktionieren so ähnlich wie Waschmittel. Diese Funktion ermöglicht es den Saponinen die Zellmembran zu öffnen und so die Zellen u.a. im Darm zu schädigen und den Darm damit durchlässig für andere Nahrungsbestandteile zu machen. Keine Zelle übersteht eine Veränderung ihrer Membran und so entsteht durch bestimmte Saponine in Nachtschattengewächsen ein durchlässiger Darm.

Weitere problematische Inhaltsstoffe sind Steroide und Glykoalkoide. Letztere zeigen vor allem bei Tieren deutliche Vergiftungserscheinungen. Der Mensch verträgt sie bis zu einem gewissen Grad, jedoch sollte mit dem Konsum von Nachtschattengewächsen vorsichtig umgegangen werden. Konstante Exposition dieser Nahrungsbestandteile kann zur negativen Beeinflussung unserer Gesundheit führen und dazu gehört auch die Entstehung von Auto-Immunerkrankungen. Steroide, wie die in vielen Paprikasorten enthaltenen Capsaicin (das was so scharf ist und Hitze erzeugt) wirken zudem irritierend auf eine Reihe von Geweben. Jeder der sich schonmal nach dem Chili schneiden ins Auge gefasst hat, weiß das. Ähnliche Reaktionen lösen die Steroide auch auf unseren Schleimhäuten aus – und dazu gehört letztlich auch der Darm.

 

Weiter lesen

http://www.thepaleomom.com/2012/08/the-whys-behind-autoimmune-protocol.html

http://paleowiki.de/index.php/Nachtschattengew%C3%A4chse

https://autoimmunpaleo.wordpress.com/about/

4 Comments to “Das Ding mit den Nachtschattengewächsen”
  • Pawel
    12. Oktober 2014 - Antworten

    Hallo Nadja,

    sehr interessanter Artikel.

    Ich schränke Nachtschattengewächse stark ein, dennoch gönne ich mir immer wieder mal Paprika, Tomaten und Auberginen. Ich vertrage die generell sehr gut.

    Viele Grüße,

    Pawel

    • nadja

      nadja
      14. Oktober 2014 - Antworten

      Das freut mich für dich Pawel! Dann allzeit guten Appetit 🙂 LG Nadja

  • Christoph
    14. Oktober 2014 - Antworten

    Hallo!

    Aber ein Kakaobaum ist doch kein Nachtschattengewächs oder irre ich mich da? Dachte eig bisher dass die einer anderen Gattung angehören?! LG Christoph

    • nadja

      nadja
      14. Oktober 2014 - Antworten

      Hallo Christoph,

      da hast du natürlich vollkommen recht! Ich habe den Kakao durchgestrichen. Nichtsdestotrotz enthält der Kakao Alkaloide (wie Nikotin in Tabak – das ist ein Nachtschattengewächs!), die anregend wirken. Danke für den Hinweis und die Korrektur! LG Nadja

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