Die Krux mit unserer Gesundheit

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich unsere durchschnittliche Lebenserwartung verlängert. Ein Rückgang der Kindersterblichkeit, bessere hygienische Verhältnisse und weniger dezimierenden Kriege sind Hauptgründe hierfür. Das sagt aber nur etwas über den Durchschnitt aus. Auch die Römer und die Griechen haben – individuell betrachtet – schon lange gelebt. In Rom musste man z.B. mindestens 60 Jahre alt, sein um ins römische Parlament gewählt werden zu können.

Der Lebensstil bestimmt die Gesundheit

Zwar kann die Medizin viel, aber sie ist mitnichten Heilsbringer und Ursache unserer gestiegenen Lebenserwartung. Im Gegenteil: nie waren die Menschen so krank wie heute. Sei es durch erfundene Krankheiten oder durch ungesunde Lebensführung und Unwissen, Bequemlichkeit.

In der  finnischen Sprache „isst“ man Medikamente. Und genau das passiert mittlerweile in unserer Gesellschaft. Längst schlucken große Teile der Bevölkerung regelmäßig Tabletten um mit Symptomen zurecht zu kommen, die ihre Ursache in einer miserablen Ernährung und einem „modernen“ Lebensstil haben. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Verstopfungen, Durchfall, Hautausschläge, Krämpfe, Akne, Augenringe, Migräne … um nur ein paar Dinge zu nennen, die die Chemieindustrie bekämpfen soll. Diese erarbeitet derweil unter Hochdruck noch mehr Pillen, Cremes und Salben, die die Symptome beseitigen, während wir uns ein Fertiggericht in der Mikrowelle warm machen (weil es so schön zeiteffizient ist) um uns schnell wieder vor Computer oder Fernseher zu setzen.

Wenn ich darüber nachdenke, möchte ich laut schreien „Wacht doch alle mal auf!“ … aber keiner tut es. Keiner hört die Kritiker, keiner wacht auf. Alle wollen weiter schlafen. Ist doch so schön bequem. Interessiert ja auch alles gar nicht. Ist viel zu anstrengend darüber nachzudenken. Und beim Arzt im Wartezimmer ist es warm und trocken. Die Rechnung bezahlt die Krankenkasse, es kostet also gefühlt noch nicht mal was.

Aber der Arzt kennt die Ursache für deine Probleme nicht.

Woher auch. Er bekommt kein Geld dafür  dich zu fragen wie du lebst und ob du dich gesund ernährst und ob du dich genug bewegst. Er weiß nicht, was dein Job ist, ob du damit zufrieden bist und ob deine Beziehungen aus Schlägen und Tritten oder aus liebevollen Umarmungen bestehen. Und selbst wenn er Geld dafür bekäme, er würde mit der Information nichts anzufangen wissen. Er hat nur eine Vorlesung zum Thema Ernährung in 12 Jahren medizinischer Ausbildung erlebt. Und die Psyche und Emotionen sind irgendwas Abstraktes, das für ihn im menschlichen, mechanischen Uhrwerk keine Rolle spielt. Das was du mehrmals täglich in dich reinsteckst, hat für ihn nichts mit deiner Krankheit zu tun. Und wenn er doch mal was davon gehört hat, dass deine Akne oder deine Migräne ernährungsinduziert sein könnten, dann schickt er dich zu einem DGE zertifizierten Ernährungsberater, der dir die Ernährungspyramide erklärt und dich bittet noch mehr Milch und Joghurt zu konsumieren, auf das deine Akne erst richtig zum blühen kommt. Die Schlussfolgerung ist dann: die Akne hat nichts mit der Ernährung zu tun, sondern es fehlt an scharfen Waschmitteln und Cremes.

Man macht dann ganz viel Tests und Blutbilder und Untersuchungen, deren Ergebnisse man zwar weder lesen und verstehen kann, aber die mit der Krankenkasse abgerechnet werden können. Man fragt sich auch nicht, warum der Patient nicht gesund wird, solange man noch ein Rezept schreiben kann. Solange die Praxisverwaltungssoftware noch Spielraum im Budget anzeigt, solange wird der Patient auch weiter einbestellt und durchgeschleust. Je arroganter der Arzt, je glaubwürdiger die Aussage, je voller die Wartezimmer. Auch, wenn es niemandem hilft, außer dem Arzt, dem Pharmareferenten und der Chemieindustrie.

Wacht doch endlich mal alle auf!

1 Comment to “Die Krux mit unserer Gesundheit”
  • Marike
    24. Dezember 2013 - Antworten

    Diese Erkenntnis ist doch alt und es wird sich in Zukunft wenig ändern. Es gibt mehr Krankenkassen Mitarbeiter als Ärzte. Die meiste Zeit geht für die Verwaltung drauf. Der Apotheker ist nur noch ein überqualifizierter Verkäufer. Bald wird für alles eine Zusatzversicherung nötig sein.

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