Essen fassen

Zugegeben, ich bin in unserem Haushalt eigentlich nicht für die Zubereitung der Mahlzeiten zuständig. Da ich Frühaufsteher bin, bin ich jedoch meist diejenige, die sich um das Frühstück kümmern darf. Das hat in meinem Fall zwar auch mit kochen zu tun, aber letztlich sind das doch nicht die großen Braten und Eintöpfe und die anderen Delikatessen. Ich habe in den vergangenen 16 Monaten dennoch viel über unser Essen gelernt und heute wieder eine Erfahrung gemacht, die vielen von uns gut tun würde.

Sonntag, 7 Uhr. Ich bin hellwach, nehme ein Buch und lese ein bisschen. Ich bin allein an diesem Wochenende. Eine halbe Stunde später fällt mir der Hamburger Fischmarkt ein. Eigentlich eine gute Gelegenheit einfach mal spontan los zu radeln. Gedacht, getan. Um 08 Uhr 15 stehe ich am Fischmarkt und wundere mich wie viele Touristen mit Kamera um den Hals schon unterwegs sind. Ich hätte glatt geglaubt, dass mittlerweile jeder Deutsche doch mindestens einmal auf dem Hamburger Fischmarkt war und Aale-Dieter den Aal aus den Händen gerissen hat.

Beute vom Hamburger Fischmarkt

Beute vom Hamburger Fischmarkt

Das scheint nicht der Fall zu sein. Weiterhin schieben sich Jahr für Jahr Tausende Touristen über den Markt. Ich will eigentlich auch „nur mal gucken“ und stolpere gleich zu Beginn über ein paar einfache Bauernstände mit Mais, Zucchini, Kohlrabi, Tomaten und anderen Leckereien aus der Region. Das bisschen Bargeld, das ich dabei habe, ist schnell unter Metzger, Fischräucherei und eben diesem Gemüsehändler aufgeteilt. Voll beladen und ziemlich glücklich, dass ich an diesem Morgen einfach mal losgefahren bin, roll ich nach Hause.

Zum späten Frühstück gibt es Zucchini und Kohlrabi mit Ei und das wunderbare Gefühl mich um meine LEBENsmittel gekümmert zu haben. Mit nichts hätte ich diese zwei Stunden am Sonntagmorgen besser verbringen können, als mich ausschließlich um das zu kümmern, was mich leben lässt: mein Essen.

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