Mehr als eine Magen-Darm-Geschichte: Der Fenchel

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Über den ureigenen Geschmack, den die Gemüseknolle und die Wurzel des Fenchels mit sich bringen, lässt sich sicherlich streiten. Über seine Heilwirkung und seine Vorzüge jedoch nicht. Deshalb hat der Fenchel in den vergangenen Jahren auch eine Renaissance erlebt und ist mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt fast ganzjährig zu finden. In der Haupterntezeit im Herbst und im Frühjahr liegt der Kilopreis bei rund 1,99EUR und davon kann man schon ganz schön satt werden.

Fenchel war schon vor 3.000 Jahren als Heilpflanze bekannt

Den meisten ist der Fenchel wohl noch in Form von Tee bei Bauchweh in Erinnerung und dafür setzt man ihn auch heute noch ein. Denn der Fenchel wirkt durch seine ätherischen Öle mit trans-Anethol, Fenchon und Estragol nicht nur krampflösend,  entspannend, sondern auch antibakteriell, harntreibend, tonisierend und schleimlösend. Er ist also nicht nur das ideale Gemüse bei unruhigem Magen, Blähungen oder gestörter Verdauung, sondern auch bei Erkältung. Die meisten ätherischen Öle befinden sich aber nicht in den Blüten, die zum Tee verarbeitet werden, sondern in der Knolle. Sie bietet sich also ohne Zweifel als hervorragendes Wintergemüse auch zur natürlichen Prävention von Erkältungen an. Wer einen Garten oder einen Kleingarten hat, kann Fenchel auch selbst anbauen. Als selbstgezogenes Gemüse ist es echt robust und pflegeleicht. (Ich spreche aus Erfahrung und das ganz ohne grünen Daumen.)

Fenchel zubereiten

Essfertig bekommst du den Fenchel, wenn du den Wurzelansatz und die grünen Auswüchse oben abschneidest, die äußere Schicht ablöst und den Fenchel viertelst. Dann den weißen festen Strunk in der Mitte unten entfernen – er schmeckt bitter. Zum Schluss einfach in mundgerechte Stücke schneiden.

Das Kraut (das was oben wie Dill aussieht) kann man schön als Deko zum Anrichten nutzen. Es ist natürlich essbar.

Ich nutze Fenchel meist als schnelles Gemüse zusammen mit Zwiebeln und Lammhack oder auch einfach nur mit Zwiebeln gedünstet, etwas Butter dazu und nach Geschmack einen Schluck Weißwein oder Orangensaft. Er passt auch hervorragend zu Fisch, eignet sich aber auch kalt als Salat und selbstverständlich vegetarisch. Dazu passt gut etwas Säure, zum Beispiel aus Apfel-, Birnen oder Orangenspalten. Das Fett, um aus dem Salat eine vollwertige Mahlzeit zu machen, kannst du zum Beispiel durch Olivenöl oder Nüsse ergänzen.

 

Bildquelle: © Lsantilli – Fotolia.com

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