Gestörte Fettverdauung? Skip the sugars, baby!

Fett ist einer der wichtigsten Grundbausteine des Lebens. Die Fettphobie der letzten Jahrzehnte löst sich langsam in Wohlgefallen auf und das ist auch gut so, denn wir brauchen Fett. Gutes Fett selbstverständlich. Egal ob Ghee, Butter, Olivenöl oder der Fettrand am Lammkotelett. Wir müssen Fett essen um gesund zu sein. Die Membran jeder einzelnen Zelle in unserem Körper besteht aus Fett, unser Gehirn besteht zu 60% aus Fett und wir brauchen Fett um die Vitamine A und D (beide essentiell für dein Immunsystem), E (Antioxidans) und K (Zahn- und Knochengesundheit, Blutbildung) aufzunehmen.

Wer nicht genug Fett und damit auch Cholesterin – insbesondere aus tierischen Quellen, aus Fisch, aber auch aus Kokos, Avocado und Oliven – konsumiert, riskiert, dass sein Körper über kurz oder lang leidet.

Studien zeigen mittlerweile, dass nicht Fett fett macht, sondern Zucker und raffinierte Kohlenhydrate aus hoch-verarbeiteten Lebensmitteln. Wer Zucker und Kohlenhydrate in seiner Ernährung durch gute Fette ersetzt wird schneller abnehmen. Die Fettaufnahme hat außerdem einen positiven Einfluss auf dein Hungergefühl und deinen Stoffwechsel. Die Ansicht, dass Cholesterin, das vor allem mit tierischen Fetten aufgenommen wird, der schädliche Faktor bei Herz-Kreislauf-Krankheiten ist, wird heute ohnehin als hinfällig angesehen.

Wenn die Fettverdauung gestört ist

Um Fett zu verdauen, wird Gallensäure benötigt. Dabei kann einiges schief gehen und nicht immer ist sofort ersichtlich, was das Problem ist. Wie immer heißt es auch hier: ausprobieren.

Eine Ursache für eine verminderte Fettverdauung kann zu wenig Magen- und Gallensäure sein. Mit einem Glas Wasser mit Zitronensaft zum Essen kann hier oft schon unterstützend geholfen werden. Ein Zeichen für zu wenig Magensäure ist häufig zum Beispiel Reflux oder Sodbrennen (nein, du liest richtig: Reflux und Sodbrennen kommt durch zu wenig, nicht zu viel Magensäure).

Wenn keinerlei organische Fehlfunktionen in der Gallenblase oder der Pankreas (zu wenig Säure) festgestellt werden können, kann die grundsätzliche Ernährung als Ursache für eine verminderte Fähigkeit Fett zu verdauen, in Betracht gezogen werden. Die Enterozyten, die im Darm für die Verdauung der Nährstoffe zuständig sind, haben bei der Verdauung von Fett nicht viel Arbeit. Deshalb haben viele Patienten mit anderen Verdauungsbeschwerden oft gar keine Probleme mit Fett umzugehen. Andere jedoch rennen schon beim Gedanken daran zur Toilette.

Denn wenn die Darmflora gestört ist, kann es zu Schwierigkeiten kommen, die dann oft als Unverdaulichkeit von Fett interpretiert werden. Die Ursache ist jedoch die normale Selbstverteidigung der Darmschleimhaut. Jede Schleimhaut, die sich sogenannten Pathogenen, also schädlichen Stoffen ausgesetzt sieht, produziert Schleim um sich selbst zu schützen. Das kennen wir von unserer Nase im Winter und im Frühjahr. Sobald Viren, Bakterien oder Pollen im Anflug sind, läuft die Nase. So schützt sich die Nasenschleimhaut gegen die Eindringlinge. Ähnlich läuft das im Darm.

Bei Menschen, die kontinuierlich Lebensmittel zu sich nehmen, die sie nicht gut vertragen, läuft die Schleimproduktion auf Hochtouren. Diese Schleimmengen bringen die Verdauung aller Lebensmittel durcheinander – einschließlich Fett. Der Schleim umschließt dann die Essenspartikel und verhindert, dass die Gallensäure und andere Verdauungsenzyme das Essen richtig verdauen können. Da Fett auch für die Vitaminaufnahme zuständig ist, kommt es häufig zu einer Unterversorgung der Vitamine A, D, E und K. Es hat sich gezeigt, dass die Elimination von Stärke und Mehrfachzuckern aus der Ernährung nach einer gewissen Zeit eine Besserung bringt, da dadurch die Schleimproduktion reduziert wird und so die Fettverdauung wieder möglich wird.

Der Grund hierfür sind aber nicht nur die Zuckermoleküle, sondern vor allem auch die Anti-Nährstoffe wie Phytinsäure, Lektine, einige Phenole sowie  Gliadorphin und Casomorphin.

Für den Patienten ist es dann wichtig, vor allem folgende stärke- und zuckerhaltigen Lebensmittel zu vermeiden:

  • Getreide und alles was daraus gemacht wurde.
  • Stärkereiche Gemüsesorten und alles was daraus gemacht wurde, inkl. Kartoffeln, Yams, Süßkartoffeln, Pastinaken, Möhren etc.
  • Zucker und alles was daraus gemacht wird
  • Stärkehaltige Bohnen und Erbsen, inkl. Sojabohnen, Mung-Bohnen, Kichererbsen, Kidney-Bohnen etc.
  • Laktose (MilchZUCKER) und alles was es enthält: Milch, Quark, Joghurt, Buttermilch, Sour Cream und andere verarbeitete Lebensmittel
  • Alkohol

 

Als „Erholungstherapie“ für den Verdauungstrakt bietet sich dann zum Beispiel die Spezifische Kohlenhydrat Diät (SCD) oder Paleo nach dem Autoimmunprotokoll an. Ziel ist es den Darm erstmal zu beruhigen bevor er nach und nach wieder mit anderen Lebensmitteln belastet werden kann. Wie man das macht, dazu gibts schon übermorgen mehr. Stay tuned!

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