Clubbell und Yogamatte
Gut gelaunt durch den Winter

Ich wette es gibt niemanden auf der Welt, der morgens fröhlich aus dem Bett hüpft, wenn es draußen dunkel ist, der Regen ans Fenster klopft und der Wind durch die Löcher pfeift. Niemanden!

Trotzdem kommt der Winter immer wieder und ich frage mich, was ich dieses Jahr besser machen könnte um ihn einigermaßen fröhlich zu überstehen. Sicher freuen wir uns auf die vier Wochen Vorweihnachtszeit, wo die Städte hübsch beleuchtet sind und wir uns guten Gewissens am Mittwochabend am Glühweinstand verabreden können. Ist ja nur die Weihnachtszeit. Ab Januar wird alles anders. Sicher.

Bis es soweit ist, sind es aber noch ein paar Wochen und warum sollte man diese ohne neue Ziele einfach so verstreichen lassen, nur weil das Wetter jetzt schlechte Laune verbreitet.

Wie wär‘s mit einer neuen Herausforderung zum Jahresabschluss?

„Klar, warum nicht?!“ dachte ich mir vor ein paar Wochen und habe mir einen neuen Trainingsplan geben lassen. Zuerst war ich ob der Androhung einer Herausforderung „so zum Jahresende“ einigermaßen irritiert. Wieso zum Jahresende? Ich versuche mich das ganze Jahr lang Neuem zu stellen und reiße mir dabei auch gern den Allerwertesten auf. Nicht weiter drüber nachdenken. Der Plan wird fetzen. Ich wollte es ja so.

Vor drei Wochen ging‘s dann los: Training mit der 5kg Stahlkeule (Clubbell) im 5×5 Programm.

5 Wochen, 5 Tage pro Woche, 5 Übungen, 5 Wiederholungen pro Seite (links und rechts)

Die erste Woche war ein Albtraum. Ich habe jeden Tag notiert, wie ich mich während des Trainings gefühlt habe.  Tag 1 geht direkt an die Adresse meines Coachs: Ab jetzt werde ich dich jeden Tag 35 Minuten hassen. Tag 2: Gott sei Dank, nur noch 23mal durch die Hölle. Tag 3: Man muss auch mal beißen können. Tag 4: Was sind schon 35 Minuten. Tag 5: 1 von 5 Check!!

An jedem Tag wurden die Übungen leichter, auch wenn mir Muskelkater und angespannte Muskeln im ganzen Körper das Gefühl geben, dass ich irgendwo im Inneren zusammengebunden bin. An den beiden Erholungstagen hilft mir Yoga, in der Hoffnung, diese Anspannung loszuwerden. Das klappt ganz gut. Da ich mich nicht sehr gern mit vielen Menschen in einem Raum aufhalte, nutze ich die Videos von YogaEasy und leg mich auf den Stubenboden.

Die zweite Woche war ein noch härterer Brocken. Meine eigene Nachlässigkeit und mein Ehrgeiz verursachten in Kombination mit meiner klitzekleinen Hüftfehlstellung hervorragende Schmerzen, die sich durchs ganze bein zogen. Hier war nun ganz klar mehr Disziplin und Reflektion bei der Übungsausführung nötig. Von wegen „husch, husch mal schnell das Training abreißen.“

Das Problem hat sich nun auch durch die dritte Woche gezogen, aber ich habe mittlerweile viel über meine Hüfte, den Schmerz und die Lösung des Schmerzes gelernt. Eine bewusste Innenrotation des Oberschenkels löst den Schmerz. Diese Erkenntnis ist Gold wert!  Genauso wie die Fortschritte der letzten drei Wochen. .

Am Ende jeder Woche bin ich fix und alle.

Und wisst ihr was? Das tut gut. Ich habe das Gefühl, dass ich neben den 10 Stunden am Schreibtisch noch was geschafft habe. Ich genieße meine Stunde „Kopf aus, Training an“. Mir macht auch das schlechte Wetter und die frühe Dunkelheit nichts aus. In meinem Kopf sind alle Lichter an und ich bin ein bisschen stolz auf mich. Ich kann es kaum erwarten zu spüren, wie ich mich nach fünf Wochen fühle

Und schon ist der Oktober vorbei, ohne dass ich es gemerkt habe. Und in zwei Wochen, wenn ich diese selbst auferlegte Tortur hinter mir habe, ist auch schon fast der November vorbei. Und ich habe so konzentriert an meinem Waschbrettbauch 2014 gearbeitet, dass  ich ruckzuck in der Vorweihnachtszeit gelandet bin und mir Gedanken über meine Neujahrsvorsätze machen kann.

Neue Ziele geben uns Sinn und dem Tag Leben.

Und was sind deine Ziele für die kalte Jahreszeit?  Es gibt hunderte Ziele und Zwischenziele, die man sich setzen kann. Ich halte es für sinnvoll sich für die vielen dunklen Stunden, die vor uns liegen eine neue Herausforderung zu suchen anstatt sie auf dem Sofa abzusitzen. Wie wäre es mit einem Kochkurs oder einer neuen Sprache? Wolltest du nicht schon immer mal zeichnen können oder Handstand machen? Alles was unserem Kopf die Möglichkeit gibt neue Eindrücke zu sammeln und uns abseits des Alltags und unserer sitzenden „Denkarbeit“ fordert, entspannt uns auch aktiv und hilft uns Druck und Stress besser auszuhalten. Das ist im Winter nämlich wirklich schwieriger, da uns das Licht fehlt. Also auf gehts: Such dir einen Zeichenlehrer oder einen Personal Trainer, eine Kochschule oder einen VHS-Kurs. Wer sich realistische Ziele setzt, wird mit Erfolg belohnt. One step at a time.

Und schon ist der Winter vorbei und du hast dein Leben um eine neue Fähigkeit oder mehr Wissen bereichert. Ein herrliches Gefühl! Versprochen.


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2 Comments to “Gut gelaunt durch den Winter”
  • Martin
    24. September 2015 - Antworten

    Der Wind pfeift nicht durch die Ritzen, aber ansonsten stehe ich eigentlich fast immer gut gelaunt auf. Warum? Weil die Welt toll ist!!! Nur ist das leider bei den meisten Deutschen noch nicht angekommen. 😉

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