Hauptsache weniger Kalorien? Falsch!

Zugegeben, meine Obsession mich mit Ernährung zu befassen hat zeitweise mein ganzes Umfeld ganz schön genervt. Plötzlich war alles anders und es war nicht mehr so einfach „es mir recht zu machen“. Meine Mutter war zeitweise so verzweifelt, dass sie einen leeren Frühstückstisch aufbaute und mich dann fragend ansah. Nun kamen die letzten Wochen aus verschiedenen Ecken Leute, die nun auch endlich abnehmen wollten. Man versucht dann das übliche: überteuerte und nährstoffarme Eiweißshakes. Weil es so schön schnell geht. Schließlich soll das Fett ja nach kurzer Leidenszeit nur so von den Hüften fallen. Und dann? Es ist nur eine Frage der Zeit bis man das, was man sich da runtergeshaked hat wieder drauf hat, denn die gewohnten Ernährungsmuster haben sich eben doch nicht geändert und zappzarapp ist alles wieder drauf. Bei manchem dauert es etwas, aber in der Regel nimmt man ja auch die 10 oder 15kg, die man loswerden wollte nicht in null komma nix zu. Dieser Diätgedanke der dahinter steckt und in den Köpfen durch jahrzehntelange Gehirnwäsche durch die üblichen Frauenzeitschriften unerschütterlich manifestiert wurde, ist einfach nicht aus den Leuten rauszubekommen.

Denn wovor haben wir am meisten Angst?

Dass wir nicht satt werden! Und das zu recht, denn satt sein bedeutet auch aufgehoben und sicher zu sein.

Eine Idee sitzt bei diesen ganzen 50% der übergewichtigen Deutschen wohl so fest im Kopf, dass es einfach unmöglich erscheint abzunehmen: solange ich weniger Kalorien esse, als ich verbrauche, nehme ich ab. Nur mit weniger Kalorien werde ich eben oft nicht satt. Jedenfalls dann nicht, wenn die Kalorien aus Pizza und Burger kommen. Es ist nämlich unserem Körper keineswegs egal, ob er 100kcal aus Blumenkohl oder 100kcal aus Weißbrot bekommt. So muss ich z.B. 500g Blumenkohl essen um die 100kcal zusammen zu bekommen, brauche aber nur rund 40g Weißbrot. Das eine liefert zahlreiche Nährstoffe und macht in der Menge langanhaltend pappensatt, das andere besteht zu einem großen Teil aus einfachen Kohlenhydraten und ist ruckzuck verbrannt. Hinzu kommt, dass dem Körper die Nährstoffe fehlen, die er benötigt um unsere Zellen zu bauen und unseren Stoffwechsel am Laufen zu halten. Das merkt der Körper und signalisiert dir das in Form von Hunger. Oft ist das ein Hunger nach Nährstoffen. (Wenn es nicht gerade mit Durst verwechselt wird. Soll ja auch vorkommen.)

Die Kalorienzahl, die du mit richtigen „lebendigen“ Lebensmitteln wie einem kunterbunten Gemüsesortiment und Obst oder auch mal hochwertiges Fleisch und Fisch zu dir nehmen kannst, ist dann manchmal von allein geringer. Wer sich länger damit beschäftigt und lernt, dass Fett kein Feind, sondern dein Freund ist, der kann kalorisch schonmal weit über den sogenannten „Richtlinien“ liegen. Er nimmt trotzdem ab bzw. hält sein Gewicht hervorragend, denn das ständige Hungergefühl ist ruhig gestellt. Wer mal eine Handvoll Nüsse gegessen hat, weiß das. Viel Fett, viel Eiweiß = lange pappsatt.

Vergiss also das Kaloriengezähle und schmeiß die Waage am besten auch gleich weg. Wichtig ist, dass du abwechslungsreich und bunt isst, den Zucker reduzierst, die Pizza mal im Tiefkühlfach (im Supermarkt) lässt und dir stattdessen beibringst wie man Gemüse schnell und lecker zubereiten kann. z.B. in gutem Olivenöl, Kokosfett oder Ghee dünsten. Das geht genauso schnell wie die Pizza aufzureißen und der Rest kommt dann von ganz alleine. Auch die Erkenntnis, dass gesunde Ernährung eben doch wahnsinnig lecker sein kann und ganz sicher keine Strafe ist.

P.S.: Statt Eiweißshake tut es auch ein Becher Magerquark mit Beeren oder sogar etwas guten Kakao (oh!) – und das für einen Bruchteil des Geldes.

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