Ich bin nicht süß: Zucker, Stevia und Co.

Die Weihnachtszeit steht vor der Tür und schon seit einigen Wochen stehen Lebkuchen und Co. in den Regalen. Mich lässt das einigermaßen kalt. Ich habe noch nichtmal Appetit darauf. Vielen geht das anders.

LebkuchenherzenWenn Menschen sich für ihren übermäßigen Zuckerkonsum rechtfertigen, kommen oft Sätze wie „Ich bin eben eine ganz süße.“ Bei solchen Sätzen klingeln bei mir die Ohren und ich möchte am liebsten ansetzen zu einer Aufklärungsansprache in Sachen Zucker. Meistens beiße ich mir auf die Zunge und erinnere nur schüchtern daran, dass es vielleicht nicht so gut ist so viel Zucker zu essen oder schlimmer noch: zu trinken!

Denn die Wahrheit ist, dass jeder Mensch auf dieser Erde ein „ganz süßer“ ist. Es steckt schlicht und ergreifend in unseren Genen, dass wir Zucker bevorzugt zu uns nehmen. Nicht, weil es süß ist, sondern weil unser Körper daraus Fett produzieren kann für harte Zeiten. Wer sich noch ein bisschen mit der Natur auskennt weiß, dass im Herbst viele Früchte reif werden. Das hat seinen Grund: Apfel, Kartoffel und Co. stecken voller Kohlehydrate in Form von Zucker und ermöglichen es uns so Fettreserven für den bevorstehenden Winter aufzubauen. Fett wärmt ja bekanntlich. Es wärmt vor allem unsere Organe und es erhält damit die lebenswichtigen Funktionen des Körpers in der kalten Jahreszeit.

Nun trifft uns der Winter heutzutage nicht mehr so, wie das einmal der Fall war. Längst verfeuern wir Unmengen fossiler Brennstoffe um uns warm zu halten. Und auch Nahrungsmangel liegt bei vielen heute nur noch in sehr seltenen Fällen vor und wird häufig durch den Pizzaservice beseitigt. Stellt sich die Frage:

Wieviel Zucker ist gesund?

Die Frage ist schwer zu beantworten und viele haben es versucht. Zucker macht abhängig und dick. Ich möchte mich nicht festlegen, weil dein Verbrauch von vielen Faktoren abhängig ist. Grundsätzlich braucht man rund 100-120g Kohlenhydrate am Tag. Zucker sind Kohlenhydrate in Reinform. Aber welche Zucker sollte man essen? Hier eine Zusammenfassung meiner Erkenntnisse:

Zucker erfüllt die oben benannte Funktion und ist außerdem Treibstoff für unser Gehirn. Wir brauchen ihn. Ich bin allerdings zu der Ansicht gelangt, dass es einen Grund hat, warum die Natur Zucker in Früchte verpackt. Neben der Süße liefern Früchte nämlich auch noch wertvolle Vitamine, Mineralien und vor allem sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe, die es uns erleichtern mit dem Zucker umzugehen. Auch eine Zuckerrübe ist sicher etwas Gutes. Sie besteht zu 20% aus Zucker. Bei einem Durchschnittsgewicht von 1kg braucht man also eine Zuckerrübe um 200g Zucker herzustellen. Und hier liegt das Problem: wenn Zucker extrahiert und raffiniert wird, kann er in wesentlich größeren Mengen verzehrt werden. Für den modernen Menschen ist es also eine Frage der Dosis, ob Zucker für uns zum Problem wird. Und diese Frage lässt sich ganz leicht beantworten: wenn ich mir in der Natur Zucker beschaffen müsste, wie viel könnte ich wohl an einem normalen Jäger- und Sammlertag zusammen bekommen? Richtig: fast nix. Vor allem nicht in Europa.

Zum Vergleich: Ein Apfel enthält rund 6 Gramm Fruchtzucker. Eine Dose Cola rund 40 Gramm.  Du müsstest also fast 7 Äpfel essen um den Zucker einer Dose Cola zu konsumieren. Das ist ok, aber wenn du wie ich am Schreibtisch sitzt, brauchst du dann auch den ganzen Tag kaum was anderes.

Und was ist mit Honig?

Richtig. Neben der natürlich vorkommenden Süße in Früchten ist auch Honig ein sinnvolles Süßungsmittel. Sofern der Honig vom lokalen Imker ist und nicht aus zahlreichen EU-Honigsorten zusammengerührt wurde. Dann kann Honig nämlich sogar Allergikern helfen mit ihrem Heuschnupfen besser klar zu kommen. Honig gehört außerdem zu den Süßstoffen, die selbst von afrikanischen Urvölkern aus dem Baum geangelt werden. Was dir auch hier in etwa einen Hinweis auf die Dosierung geben sollte, denn allzu oft kann man das nicht machen.

Und all die anderen Süßstoffe?

Es gibt keine anderen sinnvollen Süßstoffe. Worauf man zum Beispiel tunlichst verzichten sollte ist Aspartam (E951). Auch bekannt als Süßstoff, der auch in nahezu sämtlichen als „zuckerfrei“ beworbenen Artikeln enthalten ist. Aspartam ist ein Abfallprodukt, das durch eine winzige Molekülveränderung des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ der US-Streitkräfte entstanden ist. Was den Urwald kahl macht, kann für uns gar nicht gut sein. Aspartam steckt heute in Kaugummis, Gummibärchen, Malzbier, Fertigsalaten, Cola Zero etc. Viele haben es auch als Giftspender auf dem Tisch stehen. Hier heißt es aufpassen wie ein Schießhund! Das Zeug kann guten Gewissens als Nervengift bezeichnet werden. Finger weg davon.

Und dann ist da noch Stevia, Agaven-Dicksaft und Co. Nichts davon würde auf meinem imaginären kleinen Bauernhof produziert werden können und deswegen landet es auch nicht in meinem Einkaufskorb. Ob es gut ist oder nicht, da kann man sicher geteilter Ansicht sein.

Fazit

Als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung ist es eine bewusste Entscheidung Zucker zu konsumieren oder eben nicht. Zucker hat eine Funktion für uns und es zu verteufeln ist sicher nicht der richtige Weg. Besser ist der bewusste Konsum und Genuss in Maßen. Das Franzbrötchen (ca. 50 Gramm Zucker) lieber mal beim Bäcker lassen und stattdessen beim Gemüsehändler eine Banane oder einen Apfel kaufen. Kleine Veränderungen gelingen immer!

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