Mythos Verschleiß: Gelenkschmerzen und Co.

Arthrose

Neulich kam meine Kollegin (um die 50) vom Orthopäden zurück mit der Diagnose „Verschleiß“. Schließlich sei sie ja nicht mehr die Jüngste. Leuchtete ihr auch sofort ein. Ähnliche Diagnose hat ein Verwandter (um die 40) erhalten. Kann man nichts mehr machen. Denkt man mal genauer drüber nach, wundert man sich, woher der Verschleiß kommen soll. Meine Kollegin jedenfalls arbeitet nicht 16 Stunden am Tag im Steinbruch, sondern sitzt rund 8 Stunden am Schreibtisch. Abends kann sie sich nur sehr selten zum Sport aufraffen. Meistens kommt ihr irgendwas dazwischen, warum es dann eben doch nicht so geht wie geplant. Die Frage, was bei so einem Lebenswandel verschleißen soll, wird da doch immer drängender oder bin ich hier die einzige, die das komisch findet? Schließlich wissen wir alle, dass es in den Anden, in Indien und anderen armen Nationen 100-Jährige gibt, die immer noch auf ihren Feldern rumhacken und keineswegs ihr Leben lang so wenig Verschleiß ausgesetzt waren, wie wir das heute in unseren Bürojobs so erleben.

Aber was ist nun der Grund für Arthrose und rheumatische Erkrankungen?

Zum Einen ist bei vielen Betroffenen ein Unfall bzw. eine genetische Disposition im Spiel. Das ist auch nicht abzustreiten. Leider führen die Schmerzen unter denen die Betroffenen dann leiden dazu, dass die Gelenke geschont werden um die Situation nicht zu verschlimmern. Das ist auf vielerlei Wege fatal, denn zuerst schränkt der Körper Funktionen, die nicht benötigt werden ein, um Energie zu sparen. Wer viel sitzt baut also nach und nach die kräftigende Muskulatur um seine Gelenke herum ab. Aber eben auch Knorpel, der bei kontinuierlicher Beanspruchung unserer Gelenke bis ins hohe Alter immer wieder nachgebildet werden kann. Das Prinzip ist das Gleiche wie bei unserer Muskulatur. Damit aber nicht genug. Häufig führt das schonende rumsitzen auch zu Langeweile, die dann nicht allzu selten mit Essen kompensiert wird. Und genau hier liegt dann auch bei einigen Betroffenen der Hund begraben, denn was da gegessen wird trägt nicht zu einer Besserung des Zustands bei. Im Gegenteil. Zucker und Kohlenhydrate in rauen Mengen füttern zwar meist die Seele, aber nähren nicht den Körper.

Eine nährstoffarme und „saure“ Ernährungsweise führt dazu, dass dem Körper gar nicht die richtigen Bausteine zur Verfügung stehen um neuen Knorpel aufzubauen und zu bilden. Selbst wenn der Aufbau durch Bewegung stimuliert wird, ist es nicht möglich den Schmerz zu lindern. Nun sind basische und saure Ernährung nicht gerade meine Beschreibung für die richtige Nahrungsauswahl, aber das Konzept beschreibt im Prinzip auch das was hinter der Paleo-Ernährung bzw. – Lebensweise versteckt ist. Das Problem ist ein Zuviel an ungesunden Lebensmitteln wie:

  • Ungesunde Fette (Pflanzenöle, Transfette etc.)
  • Getreideprodukte wie Brot, Pizza und Nudeln
  • Billiges Fleisch (bei uns in Deutschland häufig Schwein und Wurst)
  • Fertiggerichte mit Lebensmittelzusätzen und Konservierungsstoffen
  • Zucker
  • Geschmacksverstärker
  • Koffein, Alkohol, Zigaretten

 

Wer sich konsequent mit diesen Dingen füttert, erfährt über kurz oder lang einen Nähr- und Mineralstoffmangel, der zu den genannten Problemen im Organismus führt. Ob es nun Arthrose oder Rheuma wird, oder vielleicht Diabetes oder etwas ganz anderes, liegt dabei natürlich schon an der Genetik, aber der Oberbegriff für diese Probleme bleibt ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten! Neben der Ernährung, die folglich auf Gemüse, Gemüse, Gemüse mit ein bisschen Obst und etwas gutem (!) Fleisch und Fisch (in Verbindung mit guten Fetten wie Olivenöl oder Kokosöl) basieren sollte, ist auch Stress und ein Ungleichgewicht im Seelenleben ein Auslöser für Schmerzen und entzündungsfördernde Prozesse im Körper. Diese Baustelle ist also neben der absolut notwendigen Bewegung nicht zu vernachlässigen. Hier helfen Entspannungsübungen genauso wie „einfach mal jemand zum reden“. Letzteres kommt in unserer oft sehr einsamen Gesellschaft auch meist zu kurz. Übrigens lehrt die Naturheilkunde eine eher vegetarische/vegane Ernährungsweise, die basisch ist. Ob es nun Fleisch/Fisch oder Getreide ist, was ich als sauren Bestandteil in der Ernährung behalte, ist in meinen Augen unerheblich. Menschen sind unterschiedlich. Der Schwerpunkt muss aber auf Gemüse als (basische) und nährstoffreiche Grundlage der Ernährung liegen. Zu Beginn sollte darauf wohl auch das Hauptaugenmerk liegen.

Auch wenn die Umstellung auf einen neuen Ernährungsstil schwer fällt und manchmal hart ist. Die Belohnung ist Schmerzfreiheit, Tablettenunabhängigkeit und viele, viele gewonnene Tage, die nicht in Klinik oder Reha verbracht werden müssen. Und ja: ich kenne Menschen, die mit einem einst für kaputt erklärten Knie heute wieder locker 16km am Stück laufen können.

Vielleicht ist es einen Versuch wert? Dann findest du bei foodlinx übrigens ab 01. Dezember 2014 kompetente Unterstützung bei der Umstellung deines Lebensstils.

 

 

Bild: © underdogstudios – Fotolia.com

2 Comments to “Mythos Verschleiß: Gelenkschmerzen und Co.”
  • MartinXY
    8. Oktober 2014 - Antworten

    Danke für diesen Artikel. Mit solchen Diagnosen kann und darf man sich nicht vom Sport abhalten lassen. Er ist wichtiger Teil unserer Existenz. Und dass fast jeder Mensch mit 40-50 Jahren Verschleiß irgendwo hat, ist keineswegs natürlich und darf auch nicht so akzeptiert werden (ähnlich Altersdiabetes). Wer so etwas ohne Murren und Hinterfragen akzeptiert, hat schon verloren.

    • nadja

      nadja
      11. Oktober 2014 - Antworten

      Hallo Martin, danke für deinen Kommentar. Es ist wirklich bedauerlich wie sich manche Menschen ihrem Schicksal ergeben, obwohl sie durch einfache Veränderungen schon etwas erzielen könnten.
      Viele Grüße aus Hamburg,

      Nadja

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