Nicht nur Popeyes Kraftquelle – Der Spinat

seespinat an der irischen KüsteViele Kinder hassen ihn angeblich, dabei gehört Spinat zu den gesündesten und meiner Meinung nach auch leckersten Blattgemüsen, die der europäische Gemüsegarten zu bieten hat. Vor allem dann, wenn man auf den Blubb verzichtet und ihn frisch zubereitet. Der ursprünglich aus Südwestasien stammende Spinat gehört zu den Gemüsen, die nun im Frühjahr wieder aus heimischem Anbau bei uns auf dem Teller landen können und das sollte er auch tun. Trotzdem gilt es einige Dinge zu beachten und mit Ammenmärchen aufzuräumen. So sind immernoch viele der Ansicht, dass Spinat nicht aufgewärmt werden darf. Das ist heute nicht mehr ganz richtig, denn Spinat kann auch erwärmt werden, wenn man ihn nach dem abkühlen im Kühlschrank lagert. Zu Omas Zeiten war das noch anders. Kühlschränke gehörten zum Luxus und Lebensmittel wurden vor allem im einigermaßen kühlen Keller gelagert.  So verwandelte sich das Nitrat im Spinat in das giftige Nitrit und das ist für den Menschen giftig – vor allem, wenn daraus im Magen das krebserregende Nitrosamin wird. Lediglich Kinder unter drei Jahren sollte man vorsichtshalber keinen aufgewärmten Spinat servieren.

Spinat besser frisch als tiefgefroren Seespinat an der irischen Küste

Wegen der Gefahr, dass sich giftige Nitrite entwickeln, sollte auch weitgehend auf Tiefkühlspinat verzichtet werden. Denn der Produktionsprozess ist für dich als Verbraucher nicht nachvollziehbar. So hat die Stiftung Öko-Test vor einiger Zeit festgestellt, dass viele TK-Produkte mit Cadmium und Nitraten belastet sind. Lediglich einige wenige Bio-Produkte konnten das Test-Urteil „sehr gut“ erhalten – in meinen Augen ist TK-Spinat also ein eher minderwertiges Lebensmittel, das nichts im Einkaufswagen zu suchen hat.

Stattdessen kannst du Spinat ganz einfach selbst zubereiten. Es gibt ihn beim Gemüsehändler oft als lose Ware oder in fertigen Beuteln verpackt im Supermarkt. Für 2 Personen reicht ein 500g-Beutel. Den Spinat einfach gut waschen und anschließend in einem Sieb/Seiher gut abtropfen lassen. Eine Zwiebel klein schneiden und in einem großen Topf glasig andünsten. Die Temperatur auf halbe Höhe stellen und den Spinat nach und nach dazu geben und zusammen fallen lassen. Mit etwas Weißwein oder Wasser und Zitronensaft ablöschen, Salzen, pfeffern und etwas Muskat dazu reiben, fertig. Wer mag, kann auch geröstete Pinienkerne darüber geben. Oder wie wäre es mal mit einer Spinatsuppe?

Junger Baby-Spinat eignet sich auch als Salat, mittlerweile gibt es ihn auch in vielen Märkten als Salat-Spinat.

SeespinatViel Eiweiß – wenig Kohlenhydrate

Ernährungsphysiologisch ist Salat ein toller Eiweißspender und daher für Vegetarier besonders geeignet, um den Eiweiß-Bedarf zu decken. Mit 500g Spinat lässt sich z.B. schon ¼ des Tagesbedarfs einer Frau decken. Und das bei nur 100 Kcal! Weiterhin enthält Spinat einiges an Vitaminen wie Provitamin-A, Vitamine der B Gruppe und wie alles grüne auch Vitamin C.

Wer seinen Urlaub an der nordfranzösischen oder irischen Atlantikküste plant, kann den Spinat zuweilen auch als Seespinat an steinigen Stränden antreffen. Hier heißt es auf jeden Fall zugreifen, denn der Seespinat ist verglichen mit dem, was wir im Handel erhalten wesentlich aromatischer und fester und bedarf keiner zusätzlichen Gewürze. Das Seewasser macht ihn so salzig, dem ist nichts hinzuzufügen.

Guten Appetit!

Bilder: Seespinat von der irischen Atlantikküste, eigene Aufnahmen

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