Paleo für Anfänger – Schritt für Schritt zur gesunden Ernährung

paleo für Anfänger

Die Paleo Ernährung erobert Deutschland und immer mehr Menschen wollen von ihren Vorteilen profitieren. Schlankere Figur, stabilere Gesundheit, mehr Leistung – um nur einige wenige Vorteile des gesunden Ernährungskonzepts zu nennen.

Paleo ist aber keine Diät, sondern mehr eine Lebenseinstellung und eine langfristige Ernährungsweise. Deshalb gelingt es vielen auch nicht von heute auf morgen umzustellen und das ist auch überhaupt nicht notwendig. Den meisten Menschen liegt es mehr, Gewohnheiten nach und nach zu ändern und so einen neuen, gesünderen Lebensstil zu trainieren. Das ist sinnvoll, denn sonst gerät der Kopf in Stress und das wollen wir auf jeden Fall vermeiden.

Was ist die Paleo-Diät?

Paleo-Diät ist ein Unwort bzw. eine falsche Übersetzung, denn „diet“ bedeutet im Englischen Ernährung und hat nichts mit einer kurzfristigen Diät zu tun, wie wir sie heute dank Boulevard-Presse verstehen. In Deutschland taucht die Paleo-Ernährung auch manchmal als Steinzeit-Diät auf.

Der Kern der Paleo-Ernährung ist eine Rückbesinnung auf eine natürliche Ernährung, wie sie unsere Vorfahren praktiziert haben. Dazu gehört vor allem der Verzicht auf fertig produzierte Lebensmittel mit zahlreichen (oft unbekannten) Zusatz- und Konservierungsstoffen, Geschmacksverstärkern etc., aber auch auf Lebensmittel, die wir typischerweise vor Beginn der Ackerbaus vor 10.000 Jahren nicht in großen Mengen verfügbar hatten. Viele Urvölker haben dies auch heute noch nicht und erfreuen sich so an aknefreien Jugendlichen und der Abstinenz vieler anderer Zivilisationskrankheiten. Dr. Loren Cordain ist der wissenschaftliche Kopf hinter Paleo und hat die Zusammenhänge im Laufe seiner Karriere erforscht.

Es wird also weitgehend auf Lebensmittel verzichtet, die aufgrund ihrer enthaltenen Anti-Nährstoffe potentiell gesundheitsschädlich sind.

Zu den modernen und daher zu vermeidenden Lebensmitteln gehört in der Paleo-Ernährung vor allem

  1. Getreide, aber auch
  2. sämtliche Milch und Milchprodukte,
  3. Zucker in allen Formen,
  4. Hülsenfrüchte und
  5. Alkohol.

 

Ziel ist es durch eine Ernährung basierend auf

  1. Gemüse,
  2. Fleisch, Geflügel und Fisch
  3. Obst,
  4. Nüssen und Samen
  5. sowie gesunden Fetten,

 

den Insulinspiegel weitgehend stabil zu halten, den Darm zu entlasten und damit dem Körper die benötigten Nährstoffe auf natürliche Art und Weise und in einer natürlichen Kombination mit anderen Mineralstoffen, Spurenelementen und Fasern zuzuführen. Die so gelingende Entlastung des Darms hat zur Folge, dass er von den Einflüssen der modernen Lebensweise erholen kann und so bei vielen Paleo-Anhängern zahlreiche Wehwehchen kurz- bis mittelfristig abklingen. Dazu gehören neben Verdauungsproblemen auch Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Hautprobleme und viele zahlreiche andere Erkrankungen, die durch einen durch westliche Ernährung irritierten Darm hervorgerufen werden können.

Neben der Ernährung bietet Paleo aber auch die Rückbesinnung auf einen artgerechten Tagesablauf mit ausreichend Ruhe und Erholungsphasen, genug Schlaf und Entspannung. Themen, die in unserer immer schneller werdenden Welt kaum noch Platz zu haben scheinen, die uns aber davor bewahren uns langfristig zu überfordern und unsere physischen wie auch psychischen Kapazitäten zu übersteigen. Gesundheit durch Rückbesinnung auf unsere Wurzeln sozusagen.

step-by-step auf Paleo umstellen

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und auch unsere Lebensgewohnheiten stellen wir nicht auf einmal um. Nimm dir stattdessen aller 2 bis 3 Wochen ein neues Ziel vor, etwas an deinen Gewohnheiten zu ändern. Ziel ist es, drei vollwertige Mahlzeiten am Tag zu essen und die o.g. Lebensmittel nach und nach aus deiner Ernährung zu verbannen. Die Mengen sind ganz von dir selbst abhängig. Der eine braucht mittags nicht viel, dem anderen reicht abends eine Brühe oder etwas anderes leicht verdauliches. Beginne damit EINE Mahlzeit umzustellen und statt der Scheibe Brot oder dem Brötchen zu Gemüse, Fleisch, Fisch und Obst zu greifen. Der Menge, die du brauchst um satt zu werden sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Iss so viel, bis du satt bist. Die Grundlage der Mahlzeit sollte Gemüse sein. Gemüse ist für uns in gedünsteter Form am besten verdaulich. Wenn du also Verdauungsschwierigkeiten hast, ist es sinnvoll nicht mit rohem Gemüse zu beginnen. Auch selbst gemachte Suppen und Brühen (ohne Brühwürfel!) belasten unseren Verdauungstrakt nicht und sättigen hervorragend. Und bitte keine Angst vor den Fettaugen: die braucht dein Körper um Energie zu gewinnen!

Wichtig ist es, der Zubereitung von Nahrung und dem Essen wieder einen hohen Stellenwert in deinem Leben einzuräumen. Mach kleine Schritte, wie etwa am Wochenende zu kochen, und dehne das nach und nach auf die Tage in der Woche aus. Du kannst auch am Wochenende viel vorbereiten und z.B. klein geschnippeltes Gemüse in (vorzugsweise) Glasbehältern oder auch in Zipper Bags im Kühlschrank lagern. So musst du, wenn du nach einem stressigen Tag nach Hause kommst nur noch in den Kühlschrank greifen, kurz in die Pfanne damit und ratzfatz hast du dein Essen auf dem Tisch.

Auch Reste eignen sich toll um gesund durch die stressigen Tage zu kommen. Wenn du kochst, dann also immer etwas mehr für die kommenden Mahlzeiten. Wenn du möchtest, kannst du auch einfrieren. Einzig den Gebrauch von Mikrowellen zum aufwärmen würde ich nicht empfehlen. Mikrowellen stehen im Verdacht sämtliche Nährstoffe in Lebensmitteln abzutöten. Also lieber eine kleine, gute Kasserolle besorgen und das Essen auf niedriger Hitze erwärmen.

Raum und Zeit schaffen im Denken

Das Wichtigste für einen gesunden Lebensstil ist aber, Raum und Zeit für gesunde Ernährung im Denken zu schaffen.

Die Versorgung unseres Körpers mit Lebensmitteln gehört zu unseren Grundaufgaben auf dieser Erde, auch wenn das heute nicht mehr so aussieht. Aber letztlich gehen wir nur dafür arbeiten, dass wir etwas zu essen erwerben können und ein Dach über dem Kopf haben. Das Essen darf also ruhig – und muss bei einer natürlichen Lebensweise auch – einen zentralen Punkt in deinem Leben einnehmen. Es ist wichtiger als die Vorabend-Soap und es ist auch wichtiger als das Internet, der letzte WhatsApp-Chat oder irgend etwas anderes.

Achte also auf deine Gedanken zum Thema Essen, den Stellenwert den du dem Essen in deinem Denken einräumst und gewöhne dir nach und nach an Zeit dafür zu schaffen, dass du dich artgerecht und gesund ernähren kannst.

Dein Körper wird es dir danken.

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