Peelings, Plastik und Gwyneth Paltrow

Die Debatte um die in Peelings und Zahncremes enthaltenden Kunststoffkügelchen, die über das Abwasser auf den Speiseplänen von Fischen landen, die wiederum auf unseren Speiseplänen relativ weit oben stehen, ist im Gang. Dank des NDR-Magazins „Markt“ findet die Diskussion um das Mikroplastik, das „überall in der Atmosphäre zu finden ist“  nun auch in deutschen Medien, Behörden und bei Kosmetik-Herstellern statt. Und auch wir (die Verbraucher) können uns in die Debatte einbringen, indem wir einfach auf alternative, natürliche Produkte umsteigen. Welche das sind, verrate ich gegen Ende dieses Beitrages.

Was Verbände und Forscher schon seit geraumer Zeit anprangern, fand kürzlich auch die Aufmerksamkeit des NDR-Fernsehens, des SPONs, der Welt und einiger weiterer Nachrichtenportale.

Es geht um Kunststoff und es geht um Dusch- und sonstiges Peeling, spezielle Zahnpasten, Kontaktlinsenreiniger und andere Reinigungsmittel. Genauer gesagt geht es um das Plastik, das in den geliebten Körperpeelings enthalten ist, meist mit der Aufschrift „Effektiv aber sehr schonend entfernen weiche Pflegeperlen abgestorbene Hautreste und machen die Haut samtweich“. Und vor allem geht es darum, dass genau diese Plastikteilchen nach dem Gebrauch, also nach dem Duschen, der Gesichtsreinigung und dem Zähneputzen in unser Abwasser gespült werden.

Wie es sein kann, dass Kunststoffkügelchen ins Meer und sogar ins Regenwasser gelangen?

Nun, die Kügelchen aus Mikroplastik gelangen in großer Stückzahl nach ihrem einmaligen Gebrauch in die Meere. Sie sind so leicht und klein (Sie sind kleiner als 1 mm, so klein wie ein Körnchen handelsüblicher Zucker.), dass keine Kläranlage sie herausfiltern kann. Zu allem Überfluss wirken die Oberflächen dieser Kunststoffteilchen auch noch wie Magnete auf besondere – längst verbotene aber leider in der Umwelt noch immer vorhandene – Giftstoffe. Einmal im Meer angekommen werden die  Kunststoffteilchen, samt Giftstoff vom Meeresgetier mit Futter verwechselt.

Im Fischkörper trennt sich das Gift vom Teilchen (Nicht vergessen! Dieses Teilchen ist in seinem Ursprung nur „für die schonende Reinigung unserer Haut“ zuständig gewesen.). Das Gift bleibt im Fisch und der größte Teil des Kunststoffs wird vom Fisch ausgeschieden. Der ausgeschiedene Kunststoff nimmt neue Giftstoffe auf und wird vom nächsten Fisch gefressen. Dieses Spiel findet pro Kügelchen dann ungefähr 500 Jahre statt, denn so lange (oder länger) hält sich dieser Kunststoff.

Das Bundesumweltamt hat „Medienberichten zufolge“ bereits Forschungsaufträge vergeben, um die Auswirkungen des Mikroplastiks auf die Umwelt untersuchen zu lassen und da Forschungen bekanntlich reichlich Zeit in Anspruch nehmen, verzichte ich sicherheitshalber zukünftig auf alle Produkte, die Mikroplastikkügelchen enthalten. Dabei hilft mir zum einen diese App, die Mikroplastik in Körperpflegeprodukten anzeigt und kostenlos heruntergeladen werden kann.

Last but not least

Mein hausgemachtes Skin Scrubbing – Körper Peeling, das ich mir bei Gwyneth Paltrow abgeschaut habe: das Zucker-Peeling. Es basiert auf Zutaten, die in jeder Küche zu finden sind, ist kinderleicht und schnell zubereitet. Einfach Zucker mit Olivenöl mixen. Fertig.  und unter der Dusche auf die Haut massieren. Ich nehme anschließend noch ein Duschöl und fertig. Die Haut ist „samtweich“ und durch das Öl ist auch keine Bodylotion mehr nötig.

Für das Gesicht eignet sich übrigens eine Mischung aus Zucker, Honig und Quark. Ob Gwyneth das Gesichtspeeling auch nutzt, weiß ich nicht und auch nicht, welches Peeling du lieber Leser nutzt, aber ich würde mich über weitere natürliche Peeling-Rezepturen freuen und unsere Umwelt mit Sicherheit auch.

 

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