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Sonnenschutz ohne Sonnencreme

28°C im Schatten, gleißendes Sonnenlicht, zwischendurch ein paar Wärmegewitter: da ist er, unser Sommer!

Spätestens jetzt wird es Zeit sich über den optimalen Sonnenschutz Gedanken zu machen, oder? Müssen wir uns vor der Sonne überhaupt schützen und wenn ja, warum? Gibt uns die Sonne nicht mehr als nur Hautkrebs? Und was haben die tausenden von Generationen vor uns gemacht, die keine Chemieindustrie und damit Cremes mit Lichtschutzfaktor 30, 60 oder gar 100 hatten? Sind die alle an Hautkrebs verendet? Eher nicht! Im Gegenteil: Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2003 deutet sogar darauf hin, dass die Nutzung von Sonnencreme keinerlei positive Auswirkungen hat, ein Zusammenhang zu einer verminderten Krebsrate also nicht hergestellt werden kann.

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Die Sonne ist lebensnotwendig

Fakt ist, dass wir die Sonne brauchen, denn durch Sonneneinstrahlung (UVB-Strahlung) und mit Hilfe von Cholesterin in unserer Haut bilden wir Vitamin D, welches korrekter Weise kein Vitamin, sondern eher ein Hormon ist. Vitamin D steuert sehr viele Prozesse in unserem Körper und viele Menschen in den nördlichen Breitengraden leiden besonders nach dem Winter ohnehin unter einem Vitamin D-Defizit. Die Folge sind gedrückte Stimmung, Nervosität, Müdigkeit, Schwindelanfälle, Konzentrationsschwierigkeiten, Gliederschmerzen, Muskelkrämpfe, brüchige Nägel usw. Es ist also durchaus für viele Menschen eine Erleichterung im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen förmlich aufzusaugen. Sonnencremes hemmen die Vitamin-D Produktion allerdings zu 90%, sodass der Aufenthalt in der Sonne u.U. nicht reicht um den Bedarf zu decken.

Wie funktioniert Bräunung?

Weiterhin hat unsere Haut einen natürlichen Schutzmechanismus vor zu viel UVB-Strahlung: die Bräunung. Haben wir genug Sonne, verdickt die obere Hornschicht und es wird die Lichtschwiele gebildet. Sie soll die einfallenden UVB-Strahlen reduzieren. Bleiben wir dennoch in der Sonne, wird tief in der Haut das Pigment Melanin gebildet, das sich dann wie ein Schutzhelm über den Zellkern legt. Wir werden braun und das Melanin sorgt dafür, dass die Haut vor Schäden geschützt wird. Die Sonnenexposition kann deshalb nach und nach verlängert werden ohne, dass ein Sonnenbrand riskiert wird. Ähnlich wie bei Sonnencreme, wird mit zunehmender Bräunung auch die Vitamin D Produktion gehemmt, allerdings lange nicht so stark, wie mit Sonnencreme. Menschen mit einer dunklen Haut, brauchen daher mehr Sonne um ausreichend Vitamin D zu bilden.

Bleiben wir zu lange in der Sonne und geben der Haut nicht genug Zeit Melanin zu bilden um sich zu schützen, riskieren wir einen Sonnenbrand. Das ist eine Verbrennung 1. oder sogar 2. Grades, die unsere Haut natürlich schädigt.

Natürlicher Sonnenschutz

Nun gibt es zahlreiche Methoden, die man nutzen kann um sich natürlich vor Sonne zu schützen und die dir die mögliche Zeit der Sonnenexposition verlängert. Für viele der Methoden gibt es auch wissenschaftliche Nachweise, die allerdings leider nicht jedem Arzt bekannt sind, was wohl auch mit der mangelnden Ausbildung in Sachen Ernährung zu tun hat.

  1. Iss mehr Lycopin!

Lycopin ist ein Karotin, das in Tomaten zu finden ist. Eine Studie mit 20 gesunden Frauen zwischen 21 und 47 hat gezeigt, dass der Konsum von täglich 55g Tomatenpaste zu einem verbesserten Sonnenschutz führt. Eine Beobachtung, die ich im letzten Jahr übrigens selbst gemacht habe. Wer regelmäßig gedünstete (gebackene oder anderweitig erwärmte) Tomaten verzehrt, kann seine Sonnentoleranz schon in kurzer Zeit verbessern. Ich glaube, dass Tomaten mit zu den besten Sonnenschutzmitteln gehören. Ein Mittel, das bei Histaminproblemen leider nicht in Frage kommt.

  1. Supplementierung mit Vitamin D

Ich bin kein Fan von Nahrungsergänzungsmitteln, aber Vitamin D gehört für mich auf jeden Fall zur Ausnahme. Zum einen ist es notwendig und zum anderen bekomme ich an meinem Schreibtisch ganz klar zu wenig davon. Viele berichten davon, dass die Supplementierung mit Vitamin D zu einer erhöhten Sonnentoleranz führt, eine Studie mit Mäusen scheint das zu bestätigen. Vitamin D gibt es aber nicht nur von der Sonne, sondern auch aus der Nahrung. Und an dieser Stelle schließt sich der Kreis zu einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung.

  1. Iss gesund und ausgewogen.

Neben Vitamin D und Lycopin kommen auch noch andere Nahrungsbestandteile in Frage, die uns vor Sonne schützen können. Dazu gehört Astaxanthin, Omega-3 und gesättigte Fettsäuren. Eine Kombination aus allen drei Stoffen und Vitamin D finden wir zum Beispiel in Fisch, wie Hering oder Aal, aber auch in Innereien. Es ist also gar nicht so verwunderlich, warum unsere Vorfahren den Hering im Frühjahr aus dem Wasser gezogen haben, oder? Die Natur hat viele Dinge schon sehr clever eingerichtet.

  1. Vermeide ausgedehnte Sonnenbäder.

Es klingt vielleicht lustig, aber die Generationen vor uns hatten weder Zeit noch Gelegenheit wochenlang am Strand rumzuliegen. Das ist uns erst seit kurzer Zeit vergönnt. Auch Tiere verziehen sich schnell in den Schatten – beobachte ruhig mal den Nachbarshund. Wir sind nicht für ausgedehnte Sonnenbäder gemacht. Je nach Hauttyp und Vorbräunung ist es also schlicht und ergreifend ratsam nicht so viel Zeit in der Sonne zu verbringen, sondern auch ruhig mal den Schatten aufzusuchen.

Du wirst nicht braun, aber sehr schnell rot?

Manche Menschen werden nicht braun. Ich habe lange Zeit auch dazu gehört. Ich bin viele Jahre nicht mehr braun geworden, sondern nur noch rot und dann ziemlich schnell wieder weiß. Die fehlende Bräunungsfähigkeit hat sich bei mir mit dem Verzicht auf Getreide wieder gelegt. Leider habe ich den Zusammenhang bisher nicht ganz klar nachvollziehen können, deshalb gibt’s dafür auch keine plausible Erklärung, aber es gibt viele Zöliakie-Patienten/Paleo-Verfechter, die das berichten (z.B. hier und hier).

Ein Zusammenhang zwischen einer schnellen Hautrötung mit anschließendem schnellem Abklingen der Rötung kann auch zu Histamin gezogen werden. Der Umstand wird oft als Sonnenallergie missinterpretiert und ist dabei eine Histaminreaktion im Körper, die entweder durch zu viel Histamin aus der Nahrung (nicht frischer Fisch, Alkohol etc.) oder durch eine Flutung des Körpers mit körpereigenem Histamin zustande kommt (Stress etc.).

Grundsätzlich gilt aber schon, die Sonnentoleranz ab dem Frühjahr nach und nach aufzubauen und nicht auf einen Schlag am Strand zu braten. In diesem Sinne: viel Spaß und Enjoy the Sun!

Weiterlesen

http://www.marksdailyapple.com/8-natural-ways-to-prevent-a-sunburn-and-sunscreens-not-one-of-them/

http://paleoleap.com/paleo-guide-to-sunbathing

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