Spieglein, Spieglein was ist Bikram Yoga?

Anfangs war ich ahnungslos, jetzt habe ich beschlossen es ohne Google und alle die, die es wissen könnten herauszufinden. Frei nach dem Motto „probieren geht über studieren“ widme ich mich dem Bikram Yoga. Themen wie Yoga, Indien, Spiritualität und alles, was in diese Richtung geht, interessieren mich nicht besonders. Themen wie Loslassen können, Perspektivwechsel und Körperbewusstsein finden eher meine Aufmerksamkeit. Sprich: Ich hatte keine Ahnung, mir war nur kalt als ich mich zum Bikram Yoga anmeldete.

Sonntag 12:30Uhr. Anfänger sollen sich nicht in die erste Reihe stellen. Also ab in die dritte Reihe. Die Raumtemperatur beträgt zu diesem Zeitpunkt 38 Grad und die Yogalehrerin schaut mich an als wäre ich nicht die Richtige für dieses Studio. Aber sie ist nett. Es geht los. Arme in die Höhe, angespannt, die Hände greifen ineinander. Die Beine drücken in den Boden. Hintern angespannt. Wir machen Übungen im stehen. Eine ganze Stunde lang. Danach kommen die Übungen im sitzen und liegen. Die Hitze kommt von innen und außen. Die letzte Atemübung schaff ich nicht mehr.

Was passiert beim Bikram Yoga?

38 Grad, 26 Yogaübungen im stehen, schweben, liegen und sitzen. Um’s kurz zu machen: Es ist warm und die Bewegungen haben lustige aber durchaus ernst gemeinte Namen.

Mit einigen Randsituationen muss ich mich noch anfreunden. Ich mag zum Beispiel nicht direkt neben einer Wand meine Übungen machen, weil sonst die Versuchung zu groß ist, dass ich mich ab und an daran abstütze. Und in die erste Reihe will ich auch nicht. Also 3. Reihe linke Seite. Diesmal an einem Montag. Es wird voll im Raum. Es geht um An- und Entspannung, darum sich zu öffnen, sich zu strecken, – eine Übung – zurück in die Grundposition – Übung wiederholen – zurück in die Ausgangsposition – nächste Übung und so weiter.

Los geht`s mit der ersten Atemübung. „Nichts ist wichtig, legt euer Ego ab, jeder nur so weit, wie es geht. Stellt euch auf eure Yoga Matte mit dem Blick zum Spiegel.“ Gibt die  Yogalehrerin allen zu verstehen. Sie ist gefühlt audiopräsent und erklärt laut und wiederkehrend die Übungen. Sie sagt auch immer wieder „Schaut euch im Spiegel an .. Blick in den Spiegel .. haltet den Blick.“

Erwähnte ich, dass es in besagtem Studio während meines letzten Besuchs sehr voll war und ich in der letzten Reihe stand und ich mich nicht im Spiegel sehen konnte? Ich spielte kurzzeitig mit dem Gedanken, den Raum zu verlassen, fand mich nach ein paar hilflos, aggressiven Blicken in Richtung Yogalehrerin dann aber fast auf der Matte meiner Nachbarin wieder. Endlich hatte ich den Blick in den Spiegel. Und schon konnte ich den Übungen und den Worten der Yogalehrerin wieder folgen.

Was bedeutet Namaste?

Was macht dieser Blick zum Spiegel überhaupt für einen Unterschied? Das könnte ich googlen oder die Yogatrainerin fragen oder oder oder.  Mach ich aber nicht. Stattdessen habe ich drei Menschen meines Vertrauens gefragt was „Namaste“ bedeutet.

Namaste sagen nämlich alle viele, auch die Yogalehrerin nach der letzten Übung. Und anschließend sagt sie „Bedankt euch bei euch selbst dafür, dass ihr hier heute Yoga gemacht habt.“

Die Ergebnisse meiner Mini-Umfrage gehen in eine etwas andere Richtung, sind aber auch sympathisch.

Was bedeutet Namaste?

N. sagt: “Google doch mal! Friede sei mit dir oder etwas in der Art.“

C. sagt: „Gute Frage. Hast mal bei Wikipedia nachgesehen? Ich kann dir das nicht sagen, es gibt keine genaue indische Übersetzung. Man kann das für alles verwenden.“

G. sagt: „Was ist mit Tee?“

Apropos Tee. Der im Lieblingsstudio schmeckt lecker. Früchttee, relativ süß. Und außerdem bieten sie Workshops für Anfänger an, an denen ich vermutlich nicht teilnehmen werde. Ich mag nämlich keine Gespräche über Yoga, Indien und Spiritualität, bin aber der Meinung, dass das schon alles seinen Sinn hat. Als0 wenn man erstmal in Bewegung ist, macht`s einen Sinn. In diesem Sinn, hier nochmal ein Musiktipp.

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