TACFIT: Der neue Fitness-Trend

Ich hab mich aufgerafft, trotz Hexenschuss und einigermaßen strammen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule. Ich war beim TACFIT Seminar im Tensho und es hat sehr viel Spaß gemacht. Hier also mein doch nicht ganz so kurzer Review:

Was ist eigentlich TACFIT?

TACFIT kommt aus den USA und ist ursprünglich als Trainigs- und Regenerationsprogramm für das Militär sowie als unterstützendes Trainingsprogramm  für Kampfsportler entwickelt worden. Es beinhaltet 26 aufeinander aufbauende Programme mit über 100 verschiedenen Übungen. Für jede Übung gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, sodass Anfänger und Profisportler zusammen trainieren können, ohne dass jemand über- oder unterfordert wird. Die einzelnen Workouts sind kurz und knackig. Mit Joint Mobility als Aufwärmprogramm und ein bisschen Yoga zum Abkühlen, kann man in 45min. schon sehr viel erreichen.

tenshoNeben Kraft und Ausdauer wird so auch Beweglichkeit trainiert, die bei vielen im Krafttraining zu kurz kommt. Dicke Arme sind eins, sich aus dem Stand die Schuhe zubinden zu können, ist aber was anderes. Und wie ich finde, so viel nützlicher.

Als Trainingsgeräte kommen neben dem eigenen Körper auch Kettlebells, TRX-Schlaufen und natürlich Clubbells zum Einsatz.

Erfahrungsbericht TACFIT-Seminar im Tensho

Es ist 10:35 an einem grauen Samstagmorgen als ich auf dem Hof des Tensho in der Holstenstraße in Hamburg-Altona einparke. Viel zu früh, aber so bin ich. Ich packe langsam meine Sachen zusammen, schließe das Auto ab  und steige dann langsam die steile Holztreppe hinauf.

„Schuhe ausziehen!“ steht über dem Regal am Ende der Treppe. Ich verzichte vorerst darauf, weil das Treppenhaus kalt ist, und warte. Nach und nach kommen weitere Teilnehmer. Aus dem Trainingsraum dringt lautes Schreien und Stöhnen. Oh ha! Der Mann hat zu kämpfen und kämpft.

Kurz vor 11 Uhr beschließen wir ungefragt in die Umkleidekabinen zu gehen. Es ist immer noch kalt. Es scheint besser die Jogginghose und den Pulli vorerst anzubehalten. Was nicht nötig ist, denn schon kurz nach dem Betreten des Trainingsraums ist es viel zu warm.

11 Uhr. Raimar, Gründer und Inhaber des Tensho, begrüßt jeden Teilnehmer einzeln. Manchmal erwartet man einen bestimmten Typ Mensch und begegnet dann jemand ganz anderem. So geht es mir hier in den ersten Minuten.

Der Raum ist groß genug für die 12 Teilnehmer und vollflächig mit Matten ausgelegt. Neben TACFIT  wird hier normalerweise Brazilian Jiu-Jitsu, Mixed Martial Arts und Prasara Yoga trainiert. Sehr angenehm. Ich mag die Fabrikatmosphäre des Tensho. In einem wohlhabenderen Leben könnte das mein Wohnzimmer sein.

Joint Mobility ist ein Muss, für alle 

Das heutige Seminar ist in vier Teile gegliedert. Der erste Teil vermittelt Übungen für Joint Mobility, auf Deutsch: „Gelenkbeweglichkeit“. Hierbei werden gezielt sämtliche Gelenke des Körpers im größtmöglichen Bewegungsradius „durchbewegt“, also mobilisiert. Gleichzeitig werden Muskelverspannungen gelöst und der Körper wärmt sich auf. Die Übungen, die man sich hier abgucken kann sind für Schreibtischtäter wie mich allein schon Gold wert. Joint Mobility ist definitiv etwas, womit sich jeder Freizeitathlet mal beschäftigen sollte. Vor allem die ganzen Läufer da draußen, die gerne mal auf Stretching verzichten, weil es was für Mädchen ist (gähn!).

Clubbells trainieren ganze Muskelketten

Im zweiten Teil kommen die Clubbells hinzu. Clubbells haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Hanteln. Um den weiter vom Körper wegliegenden Schwerpunkt zu kontrollieren braucht es eine komplexere Kontrolle der eigenen Bewegung. So werden mehr Muskelgruppen gleichzeitig angesprochen.  Raimar beginnt für Anfänger verständlich mit dem richtigen Griff, der Notwendigkeit richtiger Haltung und Struktur. Jede Bewegung wird geübt, sei sie noch so klein. Er beobachtet genau. Er korrigiert, ohne jemanden konkret anzusprechen. Niemand muss das Gefühl haben „nicht gut“ zu sein. Soviel Zurückhaltung ist ungewohnt.

Nach 45 Minuten haben wir ein paar Clubbell-Übungen drauf und können alles zusammen üben. Jeder kann die Übungen auf dem Niveau ausführen, die seinem Trainingsstand entspricht. Das erfordert dennoch ganz schön viel Konzentration, damit die Übungen sauber gelingen. Selbige verliere ich zwischendurch immer wieder…  Das abschließende Workout dauert „nur“ 20 Minuten: 2 Runden, 5 Übungen je 90 sec., dazwischen 30sec. Pause. Alle sind einmal durchgeschwitzt.

Der eigene Körper ist das variabelste und ergiebigste Trainingsgerät

Der dritte Block widmet sich den Eigengewichtsübungen. Auch hier werden die Übungen nach und nach, den individuellen Fähigkeiten entsprechend aufgebaut. Die Progressionen (oder Steigerungsvariationen) der einzelnen Übungen ermöglichen es, dass Leute mit verschiedenen Trainingsständen zusammen trainieren können. Das macht nicht nur Spaß, sondern motiviert auch. Der Eigengewichts-Teil wird ebenfalls mit einem Trainingsblock von 20 Minuten abgeschlossen. Die erlernten Sequenzen werden mit je 5 Wiederholungen innerhalb der 20 Minuten so oft wiederholt wie möglich. Ziel ist es die ganze Zeit in Bewegung zu bleiben. Nach 4 Minuten fallen mir die Arme ab. Meine Liegestütze (auf Knien!) sind eine mittlere Katastrophe. Ich frage mich, was ich die letzten Monate eigentlich gemacht habe. Zum Schluss sind alle ein zweites Mal durchgeschwitzt. Von dem Muskelkater werde ich noch ein paar Tage etwas haben. Selbst hete fällt es mir noch schwer meine Bettdecke aufzuschütteln.

Zum Schluss gibt’s noch 5 Minuten Yoga. Der Block hätte für mich länger sein können, aber die Zeit ist rum und alle sind einigermaßen geschafft.

Fazit

Es hat riesig Spaß gemacht, ich habe viel gelernt und war ganz sicher nicht das letzte Mal da. Raimar ist nicht nur der am höchsten dekorierte Tacfit Trainer in Deutschland und Tacfit Teamleader Deutschland, sondern vor allem ein bedachter, ruhiger und bescheiden auftretender Mensch, bei dem es Spaß macht zuzuschauen und zuzuhören. Wer einen guten Lehrer und Trainer sucht, ist hier bestens bedient.

Wer Lust hat, TACFIT auszuprobieren, meldet sich bei Raimar zum Probetraining oder besucht eines seiner Seminare. Es lohnt sich!

So, und jetzt geh ich Liegestütze üben …

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