Unfruchtbarkeit und Gluten: ein Test lohnt

Frauen, die unter einer unerklärlichen Unfruchtbarkeit leiden, sollten sich auf Zöliakie testen lassen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie der Wisschenschaftlerin Chiara Tersigni , die in einer Meta-Analyse die bestehenden Forschungsergebnisse zusammenfasst. Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass das Risiko unfruchtbar zu sein oder das Ungeborene frühzeitig zu verlieren, bei Frauen mit Zöliakie deutlich höher ist.

Grund hierfür soll sein, dass die Antikörper, die der Zöliakiepatient entwickelt, auch gegen das Eiweiß des Blastomers, also der unbefruchteten Eizelle, vorgehen.  Das kann zum Absterben dieser führen. Weiterhin werden bei Zöliakiebetroffenen Antikörper gegen das Endomysium gebildet. Das kann dazu führen, dass sich die Blutgefäße in der Plazenta nicht richtig entwickeln können und das Kind unterversorgt bleibt.

Ein Test ist für Frauen, bei denen nicht geklärt werden kann, warum eine Unfruchtbarkeit vorliegt also durchaus empfehlenswert – auch wenn keine unmittelbar spürbaren Verdauungsstörungen vorliegen. Zöliakie ist eine vielschichtige Erkrankung und bei vielen Menschen ist sie auch ohne schwere Durchfälle vorhanden und löst so ganz andere Beschwerden aus.

Das Risiko einer Fehlgeburt kann bei Betroffenen übrigens durch eine glutenfreie Ernährung deutlich reduziert werden.
Übrigens werden auch Myome und starke Regelbeschwerden mit Zöliakie in Verbindung gebracht. Bei gesunden und gut genährten Frauen sind die Blutungen moderat und schmerzfrei.

 

2 Comments to “Unfruchtbarkeit und Gluten: ein Test lohnt”
  • Bettina
    14. September 2014 - Antworten

    Oh, das ist mir bisher völlig neu gewesen. Danke für die Info. Letztendlich gibt es sooo viele mögliche Gründe für eine Unfruchtbarkeit… Da kann jede/jeder Betroffene nur hoffen, das richtige für sich zu finden.

    • nadja

      nadja
      11. Oktober 2014 - Antworten

      Hallo Bettina,

      das stimmt. Die Suche ist nervenaufreibend und mühsam, weil es so viele Gründe gibt und selbst die Reproduktionsmediziner nicht immer alles wissen. Leider. Liebe Grüße, Nadja

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