Vegan, Vegetarisch oder Paleo – Hauptsache gesund

Vor kurzem habe ich das Buch “China Study: Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise“ gelesen. Die Thesen schwirren mir seither im Kopf, aber dennoch finde ich keinen Zugang zu den wissenschaftlichen Begründungen, die T. Colin Campbell für eine vegane Lebensweise anführt.

These: Verzicht auf tierische Proteine ist gesund

Aber von vorn: T. Colin Campbell war ein amerikanischer Forscher, der im 20 Jhd. eine verhältnismäßig große Ernährungsstudie in China durchführen konnte. Das Ergebnis in Kurzform lautet, dass der Verzicht auf tierische Proteine zu niedrigem Cholesterinspiegel und niedrigeren Krebsraten führt. Unsere Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Bluthochdruck etc. tauchten insbesondere in den untersuchten ärmeren chinesischen Provinzen, in denen fast ausschließlich traditionell chinesisch gegessen wurde, kaum oder gar nicht auf. Traditionell chinesisch wäre hier eine Ernährung basierend auf Gemüse und Reis, ohne tierische Produkte. Soweit nicht sonderlich überraschend.

Nun muss erwähnt sein, dass Ernährung und Studien darüber immer mit Vorsicht genossen werden müssen. Campbell sieht auch das, dennoch hält er die Studie allein durch die Größe der Untersuchungsgruppe für aussagekräftig genug sein Plädoyer für eine vegane Ernährungsweise zu schreiben. ich denke, wäre Campbell vor 150 Jahren zu den Eskimos gefahren, hätte er ein gesundheitlich ähnliches Bild vorgefunden, jedoch auch eine Bevölkerung, die sich zu 100% von tierischen Proteinen ernährt. Hätte man die Eskimos in Ruhe gelassen, wäre das auch heute noch so. Nun gibt es aber auch viele Plädoyers für den Fleischverzehr, wie genau und stichhaltig sie auch immer sein mögen. Ich glaube z.B. nicht, dass das oft vorgeführte Vitamin B12 ein Problem für Veganer sein muss und ich glaube auch nicht, dass es nur mit synthetischen Präparaten zuzuführen ist (Stichwort: Algen)

Nordeuropa: Was, wenn nicht Fleisch?

Vermutlich kann man auch davon ausgehen, dass in unseren nördlichen Breitengraden Fleisch in den Wintermonaten sogar eine Nahrungsgrundlage gewesen sein wird, schließlich wächst und gedeiht hier von November bis April kaum etwas. In Teilen der Erde ist es hingegen möglich, sich das ganze Jahr ohne die stressige Jagd direkt aus der Natur zu versorgen. Das gilt natürlich auch nur, wenn man die heutigen Klimaverhältnisse zugrunde legt. Grundsätzlich bin ich aber der Ansicht, dass der Mensch für den Verzehr von fast allem gemacht ist, was die Natur so zu bieten hat.

Es gibt allerdings eine Gemeinsamkeit, die alle Ernährungsformen im Gegensatz zu unserer heutigen „westlichen“ Ernährungsweise haben, und das ist die Abwesenheit von Industrieprodukten und großen Mengen an Stärke und Kohlenhydraten, Zusatzstoffen und Konservierungsmitteln etc. Hierzu gehört zum Beispiel auch Fleisch aus Massentierhaltung, also Industrieproduktion und ich kann den Verzicht auf diese Produkte nur befürworten. Genauso kann ich aber auch den Verzicht auf Seitan und irgendwelche anderen industriellen Sojaprodukte nur empfehlen.

Selbstverständlich kann man auch hier zahlreiche Studien anführen. Der gesunde Menschenverstand weiß aber auch so, dass sich die Natur sich keine Fabriken und Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate und Pizza’s für 1,29EUR ausgedacht hat. Wie sie, also die Natur in Form des Menschen, auf den Verzehr dieser verhältnismäßig unnatürlichen Nahrung reagiert, traut sich bis heute kaum einer zu sagen. Schließlich gibt es hier eine ganze Menge Geld zu verdienen.

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