Was ist eigentlich… Paleo?

Wer die neusten Diätempfehlungen und Ernährungstrends verfolgt, stößt vor allem in Fitnesskreisen  immer wieder auf Paleo oder die Steinzeiternährung. Aber was ist das eigentlich und warum lohnt es sich mehr darüber zu erfahren?

Der Begriff Paleo ist die Abkürzung des englischen Begriffs „Paleolithic Era“ was so viel bedeutet wie Altsteinzeit. Begründet wurde der Begriff von Dr. Loren Cordain, der als Wissenschaftler die Auswirkung der Ernährung auf den Menschen schon seit vielen Jahrzehnten untersucht. Die Erkenntnis aus seiner wissenschaftlichen Karriere ist, dass der Mensch evolutionsbedingt nur bestimmte Lebensmittel zu sich nehmen sollte, um dauerhaft gesund und leistungsfähig zu sein. In den USA hat sich um Paleo mittlerweile eine ganze Industrie entwickelt und immer mehr Menschen lernen, dass eine Umstellung der Ernährung auf einen steinzeitlichen Speiseplan, viele kleine und große (Zivilisations-)Krankheiten vergessen macht.

Der Paleo Speiseplan

Genau genommen ist der Paleo Speiseplan ganz simpel und jeder kann sich diesen bei seiner Oma oder Uroma abschauen. Unsere Vorfahren haben nämlich auch vor 60 oder 100 Jahren nicht viel anders gelebt.

Auf der Liste der Lebensmittel, die den Speiseplan bestimmen sollten, stehen neben Wasser die folgenden vier Lebensmittelgruppen:

  1. Gemüse
  2. Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier
  3. Obst und Beeren
  4. Nüsse, Samen, gesunde Öle/Fette

 

Wie bei allen Ernährungsempfehlungen ist die Liste der Lebensmittel, die nicht verzehrt werden sollten, viel wichtiger. Bei der Steinzeiternährung wird aus gesundheitlichen und wissenschaftlich begründeten Erkenntnissen auf folgende Lebensmittelgruppen verzichtet:

  1. Getreide(produkte)
  2. Kartoffeln (auch wenn sie bei uns als Gemüse gilt)
  3. Milch(erzeugnisse)
  4. Zucker und Süßstoffe
  5. Linsen
  6. Alkohol

Was bringt mir Paleo?

Um ehrlich zu sein, ist die Liste der Krankheiten und Wehwehchen, die man mit einer ursprünglichen und gesunden und ausgewogenen Ernährung in den Griff bekommt, endlos. Viele Krankheiten und Probleme, mit denen wir uns heute herumschlagen, sind ganz sicher ernährungsbedingt. Oder weißt du genau, welche Auswirkungen die Haltbarmacher und Zusatzstoffe in den Fertigprodukten im Supermarkt tatsächlich haben? Und weißt du tatsächlich, was in den einzelnen Produkten enthalten ist oder welcher Zusatzstoff nur nicht kennzeichnungspflichtig ist?

Wenn du nicht gerade selbst Lebensmittelchemiker bist, dann wird es schon mal unübersichtlich.

Vorteile-von-paleo

Umstellung auf Paleo

Die Lösung des Problems liegt in der eigenen Küche. Bereiten Sie so viel wie möglich selbst zu. Verzichten Sie auf Pülverchen und Fertiggerichte, Fast Food und süße Limos und Sie werden in kurzer Zeit Erfolge verzeichnen und sich dem Paleo-Speiseplan von ganz allein  nähern. Aus logistischen Gründen finden Sie alles was Sie verzehren können am Rand des Supermarktes. Da sind die Gemüse und Obstregale, das frische Fleisch und auch die Wasserkisten. Machen Sie einen großen Bogen um Maggi Fix und Co. Lernen Sie stattdessen, dass ein Schnitzel keineswegs eine Tütensoße braucht.

Für Willensstarke gibt es das 30-Tage-Programm Whole30. Der radikale Verzicht auf sämtliche oben genannten Lebensmittel und Getränke bringt sehr schnell sehr viel Erfolg, ist für die meisten jedoch ein zu radikaler Einschnitt in die lieb gewonnenen Gewohnheiten. Ich finde es einfacher, sich langfristig das Ziel zu setzen und nach und nach auf einzelne Lebensmittel zu verzichten bzw. neue und leckere gesunde Lebensmittel dazu zu nehmen.

Ich habe zum Beispiel mit dem Verzicht auf Stärke und kohlenhydratereiche Lebensmittel wie Nudeln, Pizza, Kartoffeln und Reis begonnen und erste später auch noch die zwei Scheiben Brot am Morgen vom Plan gestrichen. Gerade eben habe ich mir meinen ersten milchfreien Kaffee gekocht. Aus Zucker und Süßigkeiten habe ich mir zum Glück noch nie viel gemacht. Den Heißhunger darauf kann man aber auch wunderbar mit süßem Obst austricksen.

Kritikpunkte

Paleo trifft immer wieder auf Kritik, die sich häufig auf die Nachhaltigkeit dieser Ernährungsweise bezieht. Zu viel Fleisch, zu wenige Ballaststoffe und B-Vitamine aus Getreide. Richtig ist, dass man sich des gesamten Gemüsespektrums im Jahreslauf bedienen muss, um die notwendigen Nährstoffe aufzunehmen. Wer die ganze Zeit nur Zucchini isst, weil dies sein Lieblingsgemüse ist, der wird früher oder später mit Mangelerscheinungen gestraft. Wer aber morgens, mittags und abends nur Brot mit Aufschnitt verzehrt, tut dies gleichermaßen.

Wer Vegetarier ist und den Fleischkonsum für indiskutabel hält, greift eben einmal mehr zu eiweißhaltigen Kohlsorten oder doch mal zum Quark. Paleo ist flexibel und keine Religion, basierend auf den Grundlagen kann jeder seinen Weg finden.

Für mich ist es vor allem eine abwechslungsreiche Ernährung mit gesundem Menschenverstand und möglichst wenig Zusatzstoffen. Wo ich kann, greife ich auf regionale Produkte zurück und genieße in Maßen, statt in Massen.

 

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