Was meinen Sie mit Soul Food, Herr Doktor?

Vor Kurzem fiel mir im Buchladen meines Vertrauens „Iss dich schön, klug und sexy“ in die Hände. Darin erklärt ein Facharzt der Moderatorin Birte Karalus in einem Interview, das sich über das gesamte Buch erstreckt, was hinter „Functional Eating“ steckt und wie er Soul Food interpretiert.

Es ist (k)eine Diät, wie der Ernährungsexperte Dr. Lindschinger erklärt. Lediglich im Sinne der strengen Übersetzung aus dem Griechischen, denn da steht das Wort „Diät“ für Lebensweise. Also etwas Ganzheitliches. Klingt, wie ich finde nach etwas an das man sich gewöhnen kann und vor allem gesund.

Das Functional Eating des Doktors setzt sich aus sieben Säulen zusammen. „Jede Säule ist einem bestimmten Thema bzw. Ernährungstypus gewidmet.“ Es geht also um passgenaue Ernährung für jeden von uns. Für körperlich aktive Menschen, Denker und Vegetarier. Aber auch den Schönen und die, die es werden wollen, verpasst der Doktor eine Ernährungsanweisung. Wusstet du eigentlich, dass statistisch gesehen, nur jeder dritte Mensch hässlich ist? Schau dich mal um 😉

Zurück zum Thema. Auch für alle, „die noch mehr Spaß und Lust beim Sex haben wollen“ gibt es eine extra Ernährungssäule – die Erotic Food Säule. Auch dem Soul Food widmet sich der Doktor mit einer extra Säule.

Soul Food

Soul Food klingt super, klingt gesund und unaufgeregt, klingt nach Otis Redding und… und auch das Internet hat bereits vielfältig interpretiert. Entstanden aus den Anfängen des afroamerikanischen Selbstbewusstseins, sieht es heute oft nur noch schön aus, vor allem als Label zur Vermarktung fertiger Produkte, meist süßer Kuchen.

Doch bei Dr. Lindschinger bedeutet Soul Food „Essen gegen den Stress“ – Ernährung also, für Menschen mit „starken Hormonausschüttungen, die den Blutdruck und die Muskulatur auf bevorstehende körperliche Höchstleistungen einstimmen … und leider auch das Großhirn ausschalten“. Stress – zu Steinzeiten ein lebensnotwendiges Feature des menschlichen Organismus, heute eher eine lukrative Einkommenssäule für Psychologen und Therapeuten. An dieser Stelle verweise ich gern auf Nadja’s Gedanken zum Thema.

Laut Dr. Lindschinger kann man „durch geschickte Auswahl und Kombination unserer Ernährung“ stressbedingten Krankheiten, wie z.B. der Überproduktion von Magensäure (Sodbrennen) durch weniger Gegrilltes und mehr Gemüse z.B. Spinat, grüne Bohnen und Kartoffeln, entgegenwirken. Seiner Ansicht nach sind sogar Gemüse und Obst „Futter für die Seele und echte Stresskiller“. In seinem Buch erklärt er wie Obst und Gemüse freie Radikale in unserem Körper bekämpfen und wie sich schlechtes Cholesterin an den Wänden unserer Arterien festsetzt und zu Arteriosklerose führt – „Todesursache Nummer eins“ – wie der Doktor weiß.

Alles furchtbar kompliziert finde ich, lese aber weiter, weil ich noch immer auf DAS Non+Ultra Rezept gegen Nerven raubende Hintergrundmusik im Alltag hoffe. Gegen stressgeplagte Köper und Seelen wirken Sanddorn und Schwarze Johannisbeeren, da ist schön viel Vitamin C drin – das ist gut für die Abwehr. Tomaten für Vitamin C, B2, B6, Folsäure, Magnesium, Kalium und Eisen. Vitamin E am besten über Keimöl, Leinsamen, Eier, Fisch und Gemüse. Alle Lebensmittel mit einem hohen Anteil B1 und B6 gelten als reine Nervennahrung, also auch Geflügelfleisch.

Er schreibt auch, dass Süßes zwar zum Soul Food dazugehört aber einen möglichst geringen Zuckergehalt haben sollte. Vollkorncracker und Schokolade mit mindestens 70% Kakaoanteil gehören dazu. Ich finde, langsam klingt das gar nicht mehr stressfrei. Obst und Gemüse, mageres Fleisch. Wer sich daran hält, sollte doch wohl auch bei einem Schluck Rotwein oder leckeren Pralinen kein schlechtes Gewissen haben.

Wie dem auch sei, ich habe sein Rezept nachgekocht, denn zu allem was der Doktor in seinem Buch erklärt, gibt es passende Rezepte und Ernährungspläne für die ganze Woche.

Ich koche.

Gratinierten Schafskäse auf mariniertem mediterranem Gemüse und Leinsamen

Klingt toll, hat aber eher was mit viel schnippeln und kurz mal anbrutzeln zu tun und schwer ist es auch nicht und es braucht auch nur knapp 20 Minuten.

Auberginen, Zucchini, Kirschtomaten und Knoblauch waschen, schnippeln und in Traubenkernöl anbraten. Schafskäse in Scheiben schnippeln, Backpapier aufs Backblech legen, Schafskäsescheiben obendrauf, Leinsamen drüber, eine Minute im Ofen lassen, fertig.

Ich empfehle einen guten Tropfen Rotwein und eine nette Unterhaltung zum Essen, denn das braucht die Seele neben all den gesunden Zutaten auch, wie ich finde.

Fazit zum Buch

Es schadet nicht, sich Gedanken um die Inhaltsstoffe in unseren Lebensmitteln zu machen. Dieses Buch hilft Anfängern sich mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen, dient aber nicht als Bibel.

Leave a reply