1,2,3 Zuckerfrei – Schokolade ist kein Seelenklempner

weniger zucker essenLass dir nicht erzählen, dass das Leben ohne Zucker ein Albtraum ist. Das ist es nicht. Es ist auch kein Albtraum ohne Mehl zu leben. Es braucht für manche Menschen nur etwas Übung und Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit sich selbst gegenüber.

Natürlich lieben wir alle hier und da etwas Süßes. Es ist in unseren Genen verankert. Wir brauchen es zum Leben. Süßigkeiten hinterlassen gute Laune und das Gefühl, dass es uns gut geht – zumindest so lange, bis uns das schlechte Gewissen plagt. Hin und wieder ist es ja auch gar nicht schlimm.

Für viele ist Zucker aber viel mehr. Es ist ein Schmerzstiller.

Und ich meine nicht körperlichen Schmerz, sondern Stress und innerliche Anspannung – seelischen Schmerz. „Emotional Eating“ sagt man im Englischen dazu. Das heißt in etwa emotionales Essen. Essen um Entspannung zu erzielen, nicht, weil wir Hunger haben oder Nahrung brauchen. Das funktioniert in etwa so wie Rauchen und Alkoholismus, es ist eine Fehlkopplung im Kopf, der man sich erst einmal bewusst werden muss. In Wahrheit löst Essen die Anspannung nur scheinbar, weil wir uns darauf programmiert haben und eben den Genuss von Süßigkeiten mit Entspannung verbinden.

Aufmerksamkeit üben.

Es ist deshalb wichtig, dass du dich der Situationen in denen du zu Süßem greifst, bewusst wirst und den Moment bewusst erlebst. Ist es Stress? Hast du Liebeskummer? Angst? Denn erst, wenn du dir bewusst wirst, was den Heißhunger auslöst, kannst du auch dagegen angehen.

Hier sind fünf Tipps, die dir helfen den Zuckerjieper zu überstehen:

  1. Sobald du Heißhunger auf Süßes hast, langsam ein großes Glas stilles Wasser trinken. Dabei nichts weiter tun, sondern dich ganz auf das Wasser konzentrieren (und eventuell aus dem Fenster schauen).
  2. Einen Apfel oder eine Möhre essen und gut kauen. Wenn man die Möhre lange genug kaut, wird sie auch süß 😉
  3. Klopftechnik: Mit dem Zeigefinger bei geschlossenen Augen auf den Klopfpunkt unterhalb der Nase klopfen. Dabei sagst (oder denkst) du z.B. den folgenden Klopfsatz immer und immer wieder: „Mein riesiges Verlangen nach Essen.“. Du klopfst einfach so lange, bis das Appetitgefühl verloren gegangen ist. Das funktioniert wirklich. Probier‘s aus!
  4. Baue regelmäßig kleine(!) Obstportionen in deinen Tagesablauf ein. Obst ist auch voller Zucker, aber letztlich besser als Gummibärchen. Iss‘ es in Ruhe und konzentrier dich auf den Geschmack, damit du bewusst wahrnimmst, dass du da gerade was Süßes bekommst.
  5. Menschliche Nähe suchen. Umarme deinen Partner oder rufe deine beste Freundin an. Belohnungsessen und Frustessen ist ein Zeichen dafür, dass menschliche Nähe fehlt.

Nimm dir eine Auszeit für deine Emotionen.

Natürlich musst du auch deinen Gefühlen begegnen. Nimm dir Zeit dich um dein Herz und deinen Kopf zu kümmern, abzuschalten und durchzuatmen. Jeden Tag ein bisschen und ganz bewusst. Fang an zu Meditieren, treib allein Sport um zur Ruhe zu kommen. Wenn der Bürostress oder die Familie dein Problem ist, nimm dir Pausen um durchzuatmen. Gerade hinstellen, Augen zu und ein paarmal ganz tief ein- und ausatmen – das wirkt allein schon Wunder.

Bei Liebeskummer und Einsamkeit hilft nur: hoch vom Sofa. Raus in die Welt. Verabrede dich mit Freunden, geh‘ schwimmen oder schließ dich einer Laufgruppe an, geh zum Yoga oder zum Zumba. Egal was, Hauptsache du bist unter Menschen. Die Schokolade bringt den Typen nicht wieder. Auch nicht, wenn sie sich auf deinen Hüften niedergelassen hat. Genieß die Zeit allein und bis der nächste kommt – es ist Zeit mit der wichtigsten Person in deinem Leben!

1 Comment to “1,2,3 Zuckerfrei – Schokolade ist kein Seelenklempner”
  • Monse
    1. Februar 2017 - Antworten

    Die Klopftechnik klingt ja super interessant! Das werden wir mal ausprobieren.
    Wir durchleben gerade unseren zuckerfreien Monat und können jede Hilfestellung gebrauchen 😉

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