Wenn Getreide krank macht

Eins möchte ich gern vorweg schicken: ich möchte mit meinen Artikeln zum Thema Glutenunverträglichkeit niemanden „bekehren“ oder vom Getreide-Konsum abhalten. Ganz im Gegenteil: Wer es noch verträgt soll um Gottes Willen (möglichst hochwertige!) Vollkornprodukte konsumieren. In geringen Mengen versteht sich. Getreide liefern  Ballaststoffe, von denen sowieso die meisten Menschen Dank Fertiggerichten und Fast Food zu wenig konsumieren. Ich möchte mit diesen Artikeln darauf aufmerksam machen, dass Getreide und das darin enthaltene Gluten Ursache vieler Krankheiten ist, auch wenn die Schulmedizin dies bisher weitgehend ignoriert und lieber Medikamente verschreibt. Seit ich ohne Getreide lebe kommen aus allen Ecken Menschen, die mir erzählen, dass sie noch jemanden kennen, der oder die…. oder selbst entdeckt haben, dass es ihnen ohne Getreide besser geht. Ich möchte, dass es noch viel mehr Menschen besser geht und sie eventuell die Ursache für Ihre Probleme finden. Das setzt aber Wissen voraus und das versuche ich hier zu teilen.

Wer also in der Liste der mit Gluten in Verbindung stehenden Krankheiten und Symptome etwas entdeckt, das ihm bekannt vor kommt, sollte Gluten als Ursache einmal in  Betracht ziehen, bevor er sich zum Sklaven der Pharmaindustrie macht und damit nicht nur seinen Magen, sondern auch Leber und Niere und damit die wichtigsten Organe überhaupt belastet.

Ernährungsphysiologisch ist Getreide nichts, worauf man nicht ohne Probleme verzichten kann. Auch, wenn der ein oder andere Ernährungsberater das anders sieht. Dazu ein anderes mal mehr.

Was ist Glutenunverträglichkeit?

Eine Glutenunverträglichkeit oder Glutenintoleranz ist eine Überempfindlichkeit gegen das in allen Getreidesorten enthaltene Gluten, das zu einer dauerhaften Erkrankung der Dünndarmschleimhaut führt. Die Unverträglichkeit an sich ist allerdings noch keine Krankheit. Sie ist nur eine genetische Veranlagung. Die Krankheit entsteht, wenn du trotz Intoleranz Gluten zu dir nimmst. Bei betroffenen Menschen führt sie dazu, dass sich die Dünndarmzoten entzünden und absterben. Wer eine Glutenintoleranz hat und dauerhaft dennoch Getreide konsumiert, verliert so die Struktur seines Dünndarms und damit auch seine Funktionsfähigkeit. Nährstoffe aus der Nahrung werden nicht mehr richtig aufgenommen und der Körper zeigt dies in zahlreichen unterschiedlichen Symptomen, die von Mensch zu Mensch verschieden sind.

Man geht derzeit davon aus, dass bis zu 40% der Bevölkerung von einer Unverträglichkeit betroffen sind. Genau genommen, ist es sogar so, dass kein Mensch Gluten verarbeiten kann. Wir besitzen als Rasse schlicht nicht die Enzyme, die die Aminosäuren in Gluten zersetzen können. Bei den meisten Menschen macht das nichts oder noch nichts. Bei vielen wird aber genau das zum Problem.

Glutenintoleranz

Glutenunverträglichkeit ist sehr schwer zu erkennen

Weil die Glutenintoleranz so viele Gesichter hat und auf medizinischer Ebene so viele Fachrichtungen tangiert, wird sie häufig nie oder erst sehr spät erkannt. Diagnostisch ist sie nur mit einer Darmbiopsie nachzuweisen – solange noch Getreide konsumiert wird. Sobald du aufhörst Getreideprodukte zu essen, erholt sich der Darm und die Biopsie kann keine aussagekräftigen Resultate mehr liefern. Bluttests und ähnliches haben keinerlei Aussagekraft. Auch eine Allergie auf Weizen, Roggen etc., wie sie im Pricktest oder bei einer IgE-Untersuchung versucht wird nachzuweisen, muss nicht vorliegen.

Da ich kein Freund von unnötigen Operationen bin und die derzeit genutzten Diagnosemethode zudem unzuverlässig sind, halte ich eine Eliminations-Diät für die einzig sinnvolle Methode. Wenn du glaubst, dass bei dir eine Glutenunverträglichkeit vorliegen könnte – alle anderen Ursachen für deine Probleme ausgeschlossen -, dann solltest du 3-4 Wochen lang zu 100% auf Getreideprodukte verzichten. Das ist für viele schwerer als es klingt, denn Weizen und Co. ist nicht nur in Brot, Pasta und Pizza, sondern auch in zahlreichen Fertigprodukten enthalten. Ideal ist in dieser Zeit eine Ernährung nach den Paleo-Prinzipien: Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch. Wer es noch verträgt, kann auch Milchprodukte und Käse zu sich nehmen. Allerdings steigt bei einer Glutenunverträglichkeit auch die Gefahr, dass du eine Laktoseintoleranz ausgebildet hast.

Nach ca. 2 Wochen merkst du schon sehr deutlich, ob deine Symptome besser werden. Nach rund 4 Wochen solltest du einigermaßen symptomfrei sein bzw. eine deutliche Verbesserung feststellen. Eine Unverträglichkeit ist dann recht eindeutig.

Welche Symptome deuten auf eine Glutenunverträglichkeit hin?

Derzeit werden über 300 Symptome mit Gluten in Verbindung gebracht und es ist unmöglich diese alle aufzulisten. Deshalb hier die wichtigsten:

  • Dauerhafte Blähungen
  • Blähbauch/hervorstehender Bauch
  • Durchfall
  • Rote Flecken im Gesicht oder am Körper
  • Unspezifische Hautausschläge
  • Gelenkschmerzen
  • Akne nach der Pubertät
  • Psoriasis(Schuppenflechte)
  • Dauernde Müdigkeit
  • Übergewicht
  • Hormonelle Ungleichgewichte
  • Stimmungsschwankungen
  • Depressionen/unerklärliche Weinkrämpfe
  • Schlafstörungen
  • fehlende Pigmentierung der Haut bei Sonneneinstrahlung
  • „Reizdarm“ oder „Reizmagen“ (wer sich das nur ausgedacht hat….)
  • Bei Frauen: starke Regelschmerzen, Myome
  • Niedriger Blutdruck
  • Migräne
  • Konzentrationsschwierigkeiten (ADHS/ADS)
  • Neurodermitis
  • Epilepsie
  • (unterschwellige) Aggresivität
  • „brain fog“ – Mangel an geistiger Klarheit
  • verschiedene Autoimmunerkrankungen (z.B. Hashimoto, Morbus Crohn, Multiple Sklerose…)
  • und viele weitere mehr…

 

Oft liest man, dass Durchfall und Blähungen mit Zöliakie in Verbindung stehen. Das ist richtig, aber Zöliakie ist nicht gleich Glutenunverträglichkeit. Hinzu kommt, dass wir uns an eine fehlerhafte Verdauung gewöhnen. Wer lange darunter leidet, merkt vielleicht gar nicht mehr, dass er „nicht richtig funktioniert“. Auch bei Babys sollten deshalb wiederholte Magen-Darm-Beschwerden nicht abgetan werden. Hier ist sowieso Vorsicht geboten. Laut Dr. Alessio Fasano vom Center of Celiac Research, ist es eine gesicherte Erkenntnis, dass die Zufütterung von Getreideprodukten in einem zu frühen Stadium das Risiko steigert, dass das Kind im Laufe seines Lebens Zöliakie entwickelt.

Ein Leben ohne Getreide ist möglich!

© klickerminth - Fotolia.com Es klingt vor allem für die Brot-liebenden Deutschen absurd, dass man ohne Brot leben kann, aber es geht. Es geht sogar sehr gut. Und wer tatsächlich eine Glutenintoleranz aufweist wird sehr schnell lernen, wie gut man ohne Brot, Pizza und Pasta leben kann, denn die Lebensqualität steigt beim Verzicht auf Getreide erheblich.

Wer keine Idee hat, kann ja mal in meinen alten Artikel schauen. In meinem nächsten „getreidefreien Artikel“ gibts dann eine kleine Hilfestellung für die, die nicht wissen, was man so zum Leben braucht, wenn Getreide nicht mehr auf dem Speiseplan steht/stehen kann.

Stay tuned!

2 Comments to “Wenn Getreide krank macht”

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