Wie Darmbakterien unser Sein bestimmen

Schon während der Geburt wird die Grundlage für ein gesundes Leben gelegt. Bis dahin ist unser Verdauungstrakt noch weitgehend steril. Während der Geburt nehmen wir die ersten Bakterien aus dem Geburtskanal wie auch aus dem Darm unserer Mutter auf. Dieser Moment ist ausschlaggebend für unser Immunsystem und unsere Abwehrkräfte, weshalb sich auch über Sinn und Zweck der heute oft durchgeführten terminierten Geburt anhand eines Kaiserschnitts vorzüglich diskutieren lässt.

Der Darm als zweites Gehirn

Unser Darm ist unser zweites Gehirn und genau so, wie wir versuchen unser Gehirn nicht mit unnötigen RTL2-Sendungen zu belasten – ergo mit Müll zu füllen – sollten wir auch unseren Darm pflegen und ihm nur das zumuten, was er braucht um unser Wohlbefinden sicher zu stellen.

Schon länger weiß man, dass die Darmflora Auswirkungen auf die Entwicklung unseres Gehirns hat und damit auch auf unser Verhalten. Auch wenn wir glauben, dass wir zu den am weitesten entwickelten Lebewesen zählen, so ändert es nichts daran, dass die Bakterien, die uns besiedeln unseren menschlichen Zellen zahlenmäßig weit überlegen sind. Neben 30.000 menschlichen Genen tummeln sich auf und in unserem Körper nämlich noch mehr als 3 Millionen Bakterien. Allein die Bakterien, die wir im Darm tragen wiegen zusammen zwischen 1,5-3 kg – je nach Körpergröße.

Der Zeitpunkt der Besiedlung mit Bakterien spielt für unsere Psyche und unser Verhalten dabei offenbar eine entscheidende Rolle. Bei Mäusen hat man herausgefunden, dass die Ansiedlung von Bakterien in steril gehaltenen Mäusen im Erwachsenenalter keine Auswirkung auf das Verhalten der Mäuse hatte. Bei der Besiedlung der Mäuse kurz nach der Geburt änderte sich das Verhalten hingegen im Laufe der Zeit. Dies impliziert, dass eine bestimmte Entwicklungsphase des Gehirns durchaus durch die Bakterien in und auf Lebewesen beeinflusst wird.

Psychisch gesund durch die richtigen Bakterien im Darm

Neuere Studien legen nahe, dass Angststörungen, Depressionen, Schizophrenie und sogar Autismus zu den Fehlfunktionen aufgrund einer gestörten bzw. nicht ganz intakten Darmflora gehören. Auch das immer weiter verbreitete Aufmerksamkeitsdefizits-Syndrom und so manche Zwangsstörung kann auf eine ungesunde Besiedelung unseres Verdauungstraktes zurückgeführt werden.  So konnten Patienten durch die Gabe von hochkonzentrierten Präbiotika von den Symptomen psychischer Krankheiten befreit werden. Zwar ist das kein Rezept für jeden, jedoch verspricht die Therapie gute Erfolgsaussichten. Ähnliches wird für Allergien berichtet.

Das können Sie tun

Es gibt zahlreiche Wege den Darm und seine Bewohner wieder auf Vordermann zu bringen. Zu den wichtigsten gehört wohl eine ausgewogene und gesunde Ernährung basierend auf Gemüse, Fleisch und Fisch, ohne Fertiggerichte, Haltbarmacher und Zusatzstoffe. Unser Organismus ist auf die Verarbeitung moderner Industrieprodukte  nicht ausgelegt.

Achten Sie außerdem auf ausreichend Flüssigkeit. Optimal trinken Sie 3 Liter stilles Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Verzichten Sie auf süße Limos, Cola und vor allem Alkohol. Auch dem Kombucha und dem Wasserkefir werden positive Einflüsse auf Darm und Verdauung zugeschrieben. Vor allem Verstopfungen sollen durch die Fermentgetränke beseitigt werden können.

Neben Getreideprodukten ist vor allem Zucker der Darmflora-Killer Nummer eins. Warum dies so ist, ist bis heute nicht geklärt. Klar ist jedoch, dass der totale Verzicht auf raffinierten Zucker hilft, schlechte Darmbakterien oder Candida-Pilze auszuhungern. So sollte auch auf Schokolade und andere Süßwaren am besten dauerhaft verzichtet werden. Hier muss ich auch noch einmal auf den Verzicht von Alkohol hinweisen, denn dieser wird im Körper in Zucker umgewandelt. Essen Sie bei Heißhungerattacken auf Süßes daher lieber ein Stück Obst. In einem ungeschälten Apfel werden neben anderen Besatdnteilen, die den Fruchtzucker verträglicher machen, außerdem Polyphenole mitgeliefert, die die Regeneration des Darmes unterstützen.

Wer dem Darm weiterhin etwas Gutes tun möchte, greift hin und wieder zu fermentiertem Gemüse. Das Bekannteste ist bei uns wohl Sauerkraut, aber auch andere Gemüsesorten lassen sich kinderleicht fermentieren. Vorsicht ist nur bei Sauerkraut aus dem Supermarkt geboten. Dieses ist meist fermentiert und enthält dann leider kaum noch gesundheitsförderliche Bakterien. Sich selbst das ein oder andere Glas Fermente ins Regal zu stellen, ist deshalb durchaus empfehlenswert. In früheren Generationen war das einmachen von Gemüse selbstverständlich, weshalb die Generation unserer Eltern und Großeltern auch viele Allergien und Krankheiten nicht kannte.

Wollen Sie noch mehr über den Darm und seine Rolle für unsere gesundheit wissen? Dann einfach mal hier reinschauen:

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