Wissen, was uns antreibt

Vor einigen Wochen hat Felix vom Urgeschmack-Blog über Disziplin geschrieben. Seine Erkenntnis ist, dass es alles eine Frage der Motivation ist. Letztlich lässt sich jede Vermeidung oder auch jedes Tun auf die Frage zurückführen, warum ich etwas tue.

Warum esse ich den Schokoriegel nicht?

Warum verbringe ich meine Mittagspause im Fitnessstudio und nicht bei McDonalds? Warum stehe ich jeden Morgen auf um zur Arbeit zu gehen?

Felix hat sehr treffend formuliert, dass das Ziel, das mit der jeweiligen Handlung verbunden ist, die Motivation darstellt. Die Frage ist nur, wie wichtig mir diese Motivation oder das Ziel ist.

Ich höre oft die Frage, wie ich „das mache“. 10 kg abnehmen, kein Brot mehr essen, regelmäßig zum Sport gehen. Meine 180° Wendung überrascht und beeindruckt viele. Ich habe für mich beschlossen, dass es mir wichtig ist gesund zu sein. Gesundheit – physisch und psychisch – ermöglicht mir Dinge zu tun, die ich gern tun oder erreichen würde. Wenn ich diese Dinge nicht tue, bin ich mental und körperlich nicht in der Lage das alles auf die Reihe zu bekommen.

Es ist mir so wichtig,  für all die 1000 Dinge, die ich noch gern tun würde, gesund zu sein, dass es mir überhaupt nichts ausmacht den Schokoriegel im Regal zu lassen und mir meine Entspannung beim Sport statt auf dem Sofa zu suchen. (Auf dem Sofa findet man übrigens nur Entspannung wenn man schläft. Ansonsten ist es nutzlos, was den Entspannungsfaktor angeht. Vor allem wenn die Glotze läuft.)

Wie ich darauf komme?

Ich habe heute mit jemandem gesprochen, der sich bewusst dagegen entscheidet gesund zu sein und trotz bekannter Lebensmittel-Unverträglichkeiten eben solche Lebensmittel konsumiert, die dann zu Ausschlag und anderen Symptomen führen. Die Motivation gesund zu sein, ist also bei dieser Lady auf der Essensschiene nicht groß genug.

Zum Schluss ist es aber auch für so hoch motivierte wie mich immer ein ständiges Abwägen. Glaubt mal nicht, dass mir beim Anblick einer Fettbemme bei einem Glas Riesling nicht das Wasser im Mund zusammen läuft. Klar! Hab doch auch gelernt, dass das verdammt gut zusammen passt. Mir ist nur gerade bei Brot der Effekt so grauselig klar, dass ich lieber noch ein Glas Riesling trinke als in die Stulle zu beißen. Getreide macht mich krank und deshalb ist es kein Problem darauf zu verzichten.

Wer einmal angefangen hat sich mit gesunder Ernährung und dem zu befassen, was wir heute als Lebensmittel vorgesetzt bekommen, der erkennt sehr schnell, dass sehr vieles davon schlicht und ergreifend krank macht. Viele vielleicht nicht heute, aber schleichend und nach und nach. Es macht auch nicht alles jeden krank, aber letztlich wissen wir nicht, welcher Konservierungsstoff oder welcher Geschmacksverstärker es sein wird. Das Fass läuft irgendwann über. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Wem die abstrakte Vorstellung von eventueller zukünftiger Krankheit nicht ausreicht, der sollte diesen Winter den grippalen Infekt mal nicht mit Aspirin und Ibuprofen totschlagen, sondern Krankheit mal bewusst erleben. Ich finde, dass die Vermeidung dieses Gefühls alle Mühe wert ist.

Es könnte keine bessere Motivation geben. Aber das ist nur meine Meinung.

P.S. Man sagt, dass Motivation zur Veränderung durch Lustgewinn oder Schmerzvermeidung zustande kommt. Wer (noch) keine Schmerzen hat, der wird auf jeden Fall mit Lustgewinn belohnt. Wenn das keine guten Aussichten sind!

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